Ruder-Club Witten von 1892 e.V. Ruder-Club Witten von 1892 e.V.

Drucken

1995 Habichtswald


Stammtisch Wanneschop dürch den „Rapschgeier Holt“

Ein Wochenende im Habichtswald

Welche Rolle würde er heute in unserer Tele-Kommunikationsgesellschaft spielen? Dieser Gedanke kam den Teilnehmern der Donnerstagsstammtischwanderung, nämlich Karl Berghoff, Fritz Otto Braun, Johann Böhme, Dieter Borgmann, Hartmut Daniel, Hans Falk, Willfred Güthoff, Gerd Locher, Gustav Limke, Anton Schnurr und Gustav Adolf Wüstenfeld, durch den Habichtswald, als sie am Denkmal des Herkules oberhalb Kassels eine kurze Rastpause eingelegt hatten.

Zeus-Sohn aus dessen Verbindung mit Alkmene war Herkules der berühmteste Heros der griechischen Antike - dem Samson des Alten Testament vergleichbar - und füllte die griechische Mythologie mit seinen Taten und zuweilen auch Untaten. Heute hätten unsere Medien Stoff für Jahrzehnte, die Werbung würde ihn mit Verträgen eindecken und Kindergeld würde wohl auch reichlich fließen. Ob ihn aber alle Menschenrechtsgruppen verehren würden? Sei‘s drum, auch für uns ist es noch immer imposant, von seinem Leben zu hören.

In der Nacht zum Sonntag hat es geschneit, gegen 10.00 Uhr kam noch leichter Nieselregen hinzu. Da half nur ein „Regenschirm“. Feste Wege wechselten mit morastigen Pfaden ab, nasses Holz und Laub erforderten erhöhte Aufmerksamkeit. Wanderzeichen, Karte und Kompaß in geübter Hand, führten uns über den ausgesuchten Weg.

Nach 9.000 m erreichten wir ein Restaurant und nach weiteren 25 m den Mittagstisch. Wassertropfen und feuchter Lehm ließen auf dem Fußboden unansehnliche Flecken zurück. „Wanderer willkommen.“ Das erste Bier verzischte, das zweite löschte den Durst. Laut Statistik bestellten über 50% der Ruder-kameraden Grünkohl mit Mettwurst und Bratkartoffeln, 18,18% tranken Sprudel und 9,09% rauchten.

Am Tag vorher waren wir zwischen 9.00 und 10.00Uhr in Zierenberg-Hasungen eingetroffen, stellten Bus und Pkw am Panorama-Hotel ab, um wenige Minuten später mit aufgespannten Regenschirmen loszuwandern. Im Rucksack verpackt Verpflegung und Getränke für unterwegs, eine Vorsichtsmaßnahme, die nicht umsonst war: denn wir fanden bis zum späten Nachmittag keine offene „Wirtshaustür“. Über drei Stunden mußten wir auf der X 2 bergauf und bergab gegen Regen und orkanartige Böen ankämpfen. Mittags kam dann endlich die Sonne durch und alles erschien nun in freundlicherem Licht. Auf einem Stoppelacker spielte Meister Lampe mit seiner Familie, und auf einem andern Acker rannten zwei Rehe fluchtartig davon. Manchmal war der Pfad so schmal, daß man nur im „Gänsemarsch“ hintereinander hergehen konnten.

Nach 2.350.000 cm fanden wir in der Alt­stadt von Zierenberg endlich eine offene Cafe-Tür. Gerstensaft. Hochprozentiger und Kaffee glichen den Flüssigkeitsverlust aus und Apfeltorte, Mohnkuchen oder Marzipanschnitten stillten den Hunger. (An­merkung für Sportärzte: Zwischen Theorie und Wirklichkeit gibt es Unterschiede.) Ein­mütig wurde beschlossen, das letzte Stück des Weges mit einem dieselbetriebenen Fahrzeug zurückzulegen.

So hatten wir ausreichend Zeit, uns für das Abendessen um 19 Uhr 30 „landfein zu machen.“ Zur Überraschung der Wanderer fanden sich Peter Wilhelm und Thomas Blumberg am Abend ein. Beide waren auf dem Rückweg vom Deutschen Rudertag in Kassel. So bekamen wir einen ersten Bericht. Ein solches Treffen ist natürlich von „gewissen Auflagen“ abhängig, wie z.B. die Geheimhaltung des Treffpunktes und der Art der „Gastgeschenke“. Küche und Schankraum hatten bis kurz vor Mitternacht laufend zu tun. Die transportable Stammtischglocke kam nicht vergebens mit.

Pünktlich um halb neun fanden sich alle zum Frühstück ein. Der Kaffee kam und man langte zu. Müsli mit Korn, Ei und Saft, Marmelade und Brot, Wurst aus dem Rauch, Schinken vom Stück und Käse vom Rad. Für unterwegs nahm man noch eine Banane mit. Zum Schluß noch etwas %-tiges:

27,27% kamen mit dem PKW, geboren oder eingebürgert in Annen; 72,72% fuh­ren mit dem Bus, davon wohnen 62,5% südlich der Ruhr, 12,5% sind in Heven beheimatet und 25% Stadtmenschen. -Während der Chronist noch in Gedanken und im „Warburger Platt“ bei der „Wanneschop dür den Rapschgeier Holt“ ist, rückt der nächste Termin schon wieder unaufhaltsam näher!??!                     hier einige Fotos

 

 

 

                               

 

 



Gustav Adolf Wüstenfeld

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.