Ruder-Club Witten von 1892 e.V. Ruder-Club Witten von 1892 e.V.

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1996 Langstreckenregatta „Rund um die Strohauser Plate"

 

Die Strohauser Plate ist im RCW ein fester Begriff. Es war Sherry Kirsch, der die Langstreckenregatta über 27 Km, ausgerichtet vom Ruderclub Nordenham, in Witten bekannt gemacht hat: 1993 nahmen wir zum ersten Mal teil, und ein Jahr später gelang bereits der große Triumpf. Zwei Wittener Boote belegten in der Altersklasse über 45 Jahre den ersten und den zweiten Platz, im Gesamtklassement nur von einem Boot aus Cherbourg in Frankreich geschlagen, doch saßen in ihm noch aktive Rennruderer .Das sollte nun nicht der einzige Sieg gewesen sein. 1995 fiel die Regatta aus; doch für 1996 hatte man sich fest vorgenommen, das Resultat von 1994 zu wiederholen.

 

Das Training in der ganzen Saison war nur auf dieses eine Ziel ausgerichtet. Und man hat es auch geschafft! Ja, nicht nur das: man verteidigte nämlich nicht nur den Titel in seiner Altersklasse, man wurde sogar Gesamtsieger und erreichte als erste Alt-Herren Mannschaft eine Zeit von unter zwei Stunden.

Das zweite Wittener Boot stand dem nur wenig nach, es wurde wie vor zwei Jahren zweiter in seiner Altersklasse über 45 Jahre. Siegfried Knoop war in diesem Jahr nur als Schlachten-bummler dabei: Wie er mitgefiebert und mitgebangt hat, das spüren wir aus seinem Bericht:

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Also bis Sonntag 8.00 Uhr! Der Bootstransport ist ja schon da; es hat alles bestens geklappt. „Moin-Moin, Mensch seid ihr pünktlich" wird man am Bootslagerplatz begrüßt. Das Wetter ist ja mal wieder toll, Frühstück gab es mit allem Drum und Dran auf dem Rastplatz neben den Kühen. Jetzt müssen die anderen auch bald kommen. Das Hotel ist gut und halb zwölf sind wir am Bootshaus Nordenham verabredet.

 

Die Wetteraner (die den Transport gemacht haben) steigen aus ihren Zelten etwas krank. Kaffeeduft! Boote aufriggern, ist Wellenschutz nötig? Weitere Mitstreiter und Schlachtenbummler treffen ein. Nur die Elite nebst Sieger aus dem Jahre 1994 fehlt noch.

 

Wie, immer noch kein neuer Steg? Ist jetzt Ebbe oder Flut? Wo sind die Riggerschlüssel? Weitere Mannschaften kommen an. Helga und Helmut von der Regattaleitung erscheinen zum Dienst, natürlich nicht ohne Salate und selbstgebakkenen leckeren Kuchen. Sieht gut aus! Es stellt sich heraus, der neue Kastellan kommt aus Witten-Bommern! Ergebnis: es läuft noch besser!

 

Draußen ziehen große Kontainer-Frachter wie kleine Hochhäuser vorbei. Kleinere zählen gar nicht. Auch der große Pott, der den Steg 1994 total zerstört und mitgenommen hatte"- deswegen fiel die Regatta 1995 aus -, wagt, gen Bremen fahrend, vorbeizukommen. Endlich: Fritz ist da, der Wanderpokal also auch! Geschäftiges hin und her! Ruhen im Sand! Mensch, geht die Zeit gar nicht rum?

 

Unsere Freunde vom RC Nordenham sind verständlich alle im Einsatz. Es läuft gut, wie alle Jahre zuvor. 15.00 Uhr: Die Kanuten und die Doppelzweier machen sich auf. Hektik kommt auf. Wo ist das Steuer? Habt ihr genug zu trinken? Achtung! Ausleger! Alles klar! Dann Tschüß, Mutter, mach das Sauerstoffzelt klar und steh nachher mit 'ner Runde am Wasser.

 

Die Vierer sammeln sich um 15..30 Uhr zum Start. Jetzt wird es ernst. Die wichtige Dame auf dem Pier schickt zwanzig Doppelvierer mit Steuermann in den verschiedenen Altersgruppen auf die 27 Km lange Reise. Sofort setzen sich die Ruhrvereine aus Wetter, Herdecke und Witten an die Spitze und entschwinden hinter dem Radarleitturm unseren Blicken. Also Ferngläser weg und rauf zu Kaffee und zu viel leckeren Kuchen. Blick auf die ruhig dahin fließende Weser. Die müssen schwitzen und uns schmeckt's. Ein Herdecker Obmann bringt einen Zwischenbericht vom Wendepunkt. Es sieht gut aus für den RCW und für Demag Wetter. Also weiter so! Jetzt können sie am Atomkraftwerk sein, oder sind sie schon an der Fähre vorbei?

 

Da! Die ersten Punkte sind mit dem Glas zu erkennen. Trinkt den Kaffee aus! Wer holt Bier? Aufregung! Ab zum Pier. Witten vorne oder doch nicht? Dahinter sind noch welche! Ich sehe vier Boote! Am Radarturm ist es klar: Fritz „sein Dampfschiff" ist vorn. Ein Blick auf die Uhren. Schaffen sie es unter zwei Stunden? Wieder Hektik! Bier, Wasser, Cola steht bereit, Frauen und weitere Helfer ebenfalls. Im Boot wird die Schlagzahl noch einmal erhöht und dann ist man durch. Eine Stunde und 58 Minuten ist die gestoppte Zeit. Die schnellste Zeit in diesem Jahr. Man ist Gesamtsieger, der Pokal kommt wieder nach Witten.

 

Zwei Minuten später passiert Demag-Wetter Boot 1 die Ziellinie. Mensch, da sitzt ja 'ne Frau drin! Weitere fünf Minuten: Boot 2 von Demag Wetter ist durch und nach noch einmal drei Minuten ist auch „Cherry", Boot Witten 2, im Ziel, damit zweiter in seiner Altersklasse. Abgeschlagen alle anderen, angeführt vom Mixed-Vierer unserer Herdecker Freunde. Alle Ruhrgebietsvereine landeten also auf den ersten Plätzen. Aber nicht nur deswegen: Es hat allen unheimlichen Spaß gemacht.

Platz Mannschaft Zeit MDA 45 27-45
1 Witten 1
Locher, Schnurr, Wenig, Werner, Braun Stm
1:57

1

 
2 Wetter 1 2;00 - 1
3 Wetter 2 2:05 -  
4 Witten 2
Borgmann, Limke, Weihmann, Kemmer, Falk
2:08 2  

 

Boote über Sand raus! Abbriggern und Boote verladen. Eingespielte Teams helfen. Dann „Trinken - Duschen - Trinken - Essen!" Und dann die Siegerehrung!

 

Leider rauschen die ersten Ruderkameraden schon wieder nach Hause. Der Rest feiert und knüpft Kontakte. Das Gastgeschenk (Vier Skulls in den Vereinsfarben der Ruhrvereine) findet großen Anklang, ebenso ein großer - 2 Liter - Herbeder Tropfen; im Norden sehr begehrt.

Es wird eine lange Feier bei Gegrilltem und Bier, und anschließend noch ein Besuch auf dem Stadtfest. Immer sind noch nicht alle satt, doch andere versuchen bald den fetzigen überaus dröhnenden Musikstücken zu entfliehen. Zum Ausklang zapfen die Damen noch einen Absacker am Hotelhahn. Neun Doppelzimmer und zwei Einzelzimmer reichen gerade aus, um dieTruppe in die Federn zu bekommen. Ruhe!

 

Sonntag: Die Sonne scheint! Kirchenbesichtigung in Blexen. Anschließend folgt eine Wanderung über den Deich: Burhave bis Federwardersiel mit allgemeinem Fischessen. Alle sind begeistert. Zurück geht es dann in kleinen Gruppen per PKW.

 

Was folgern also die Schlachtenbummler: Eine gelungene Sache! Neue Ruderfreunde! Ganz in Cherry's Sinne! Wann geht es wie-der los? Wir sind dabei!

 

Siegfried Knoop

 

 

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