Ruder-Club Witten von 1892 e.V. Ruder-Club Witten von 1892 e.V.

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2004 Wanderruderer in Düsseldorf


39. Wanderrudertreffen 2004 in Düsseldorf

Eine Rheinrudertour von Köln-Niehl zum Düsseldorfer Hafen

Der Deutsche Ruderverband rief zu 50 wunderbaren Wanderruderkilometern von Köln nach Düsseldorf und 624 Ruderinnen und Ruderer folgten diesem Ruf auf den Rhein.

Ausgerichtet vom Ruderclub Germania Düsseldorf mit seinen Veranstaltungsspezialisten um Detlef Schlüter und seinen „Alde Büdels“, - versehen mit allerlei Grußworten, vom Vorsitzenden des Deutschen Ruderverbandes, Herrn Helmut Griep, dem Vorsitzenden des Ruderverbandes NRW, Herrn Eberhard Mogk, dem Schirmherrn, Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, Herrn Joachim Erwin und dem 1.Vorsitzenden des RCGD, Herrn Gunnar Hegger, - gesegnet vom Wettergott und allen guten Winden, war es ein einmaliges Erlebnis.

Doch nun der Reihe nach: Anfang April erreichte uns die Einladung zum 39.WRT des Deutschen Ruderverbands. Als Altgermane war es für mich Ehrensache an dieser Fahrt teilzunehmen, um endlich mal wieder ein ordentliches Ruderwasser und nicht immer die auf Dauer etwas eintönigglattspiegelndwellenlose Ruderstrecke auf der Ruhr befahren zu können.

Nach vollzogener Anmeldung erging von Detlef Schlüter an Dieter Borgmann die Frage, ob denn dieser Dieter Peters, der sich da angemeldet habe, etwa ihr (Ruderclub Germanias) MoK sei. Die Antwort von Dieter B. auf diese Anfrage: „Das ist nicht mehr Euer Mok, sondern jetzt unser MoK. Basta!“

Am Donnerstagabend nach dem Rudern wurden die Boote Cherry und Gustav-Adolf verladen und  Freitag gegen 14.00 Uhr von Wilfred, Udo und Dieter B. zum Hafen nach Köln-Niehl gebracht, abgeladen und aufgeriggert. Dabei ein Vorgeschmack auf die perfekte Organisation des Treffens: Die Boote wurden von herbeieilenden Helfern vom Hänger geladen und direkt zum Sattelplatz getragen.

Anschließend brachte die Transportmannschaft den Hänger an seinen Stellplatz zum Düsseldorfer Hafen, bekam vom Organisationsausschuss die Teilnehmerunterlagen ausgehändigt, und nach der Verkostung von Killepitsch und einigen Schuhmacher Alt ging es in schwüler, gewittriger Nacht nach Witten zurück.

Nach Blitz und Donner in der Nacht trafen wir uns am Samstag um 6.30 Uhr in der Früh am Ruderclub, versehen mit wasserdichter Ausrüstung, zur Abfahrt nach Düsseldorf. Trocken blieb es bis Düsseldorf, doch unmittelbar nach Betreten des Festzeltes, schüttete es wie aus Eimern. In einer trockenen Phase erreichten wir die bereitgestellten Busse zur Fahrt nach Köln, die selbstverständlich nicht ohne Wolkenbruch verlief. Doch was jetzt regnet, kann nachher nicht mehr runterkommen und so kam mit Ankunft der Busse in Köln auch die Sonne raus. Am Rheindeich lagen aufgereiht 119 Ruderboote vom Zweier bis zum finnischen Kirchboot, dass immerhin von 14 Ruderern in zwei Reihen nebeneinander sitzend gerudert wird.

Der für das Boot Cherry und die Mannschaft Helmut Grabow, Dieter Borgmann, Udo Kemmer und Dieter Peters ausgewählte Steuermann von der Neuwieder Rudergesellschaft von 1883, RK  Dr. med. dent. Rolf Petry (Jahrgang 1924 – aber fit wie ein Turnschuh) begrüßte uns am Boot; noch rasch einige Sachen umpacken, Frühstückspäckchen abholen, letzte Wasserstandskontrolle und ab geht es als eins der ersten Boote auf die Strecke bis zum Mittagsrastpunkt Dormagener Ruderverein an der Piwipp.

Endlich wieder Wellen, Schifffahrt und ausnahmsweise auf dieser Strecke auch Schiebewind. - Die unmaßgebliche Meinung eines Altgermanen.

Kurz nach 11.00 Uhr, Anlanden in Dormagen, Boot aus dem Wasser, ab zur Suppe. Wertmarke eintauschen, Suppe und Kölsch fassen, Sitzplatz aussuchen,  ein Prost auf den Steuermann, der uns trockenen Hinterns bis hierhin gebracht hat. So nach und nach tauchen auch die später abgefahrenen Ruderkameraden/innen auf, stehen erst Schlange vor den Dixi-Toiletten, dann an der Suppenküche und der Bier- im Reagenzglas Ausgabe. So mutet jedenfalls ein Kölschglas den Pils- und Altbiererfahrenen  Durstigen an. Schade dass am Ende des Bieres noch so viel Glas kommt.

Langsam wird es eng auf dem Rastplatz und so brechen wir nach einer knappen Stunde Pause wieder auf. Die Sonne scheint, von Regen weiterhin keine Spur. Mannschaft ans Boot, Boot geht hoch (auch ohne Eingreifen, das ist nur so eine Sch....Düsseldorfer Marotte, wie ich belehrt wurde, - mal wieder in den Fettnapf getreten mit meinem Vorschlag), das Boot geht zu Wasser.

Doch halt, bisher wurde immer nur aus Sicht von Boot und Mannschaft Cherry berichtet. Doch was ist mit dem Boot Gustav-Adolf und seiner Mannschaft Siegfried Held, Anton Schnurr und Karl Biedermann ? Auch dieses Boot kommt unter dem Kommando des Steuermanns Dirk Marchand vom Düsseldorfer Ruderverein wohlbehalten erst bis zur Mittagsrast und dann am Nachmittag ins Ziel.

Ebenfalls genossen das „Wellenreiten“ unsere RK Wilfred Güthoff und Siegfried Knoop, die in MIXED-Booten des Veranstalters die Strecke meisterten.

Die Zollfeste Zons, Benrath, Uedesheim, Flehe, Volmerswerth und dann endlich Düsseldorf – Hamm werden rheinseits durchfahren. Hinter der Hammer Eisenbahnbrücke beginnt der Endlauf. Schon naht das Kraftwerk Lausward, der Rhein macht hier eine 150° Kehre, noch 3 KM bis zur Hafeneinfahrt. Das uns bis zum Neusser Ruderverein verfolgende Boot Gustav-Adolf haben wir längst hinter uns gelassen. Backbord überziehen, nur Backbord, die Einfahrt in den Medienhafen ist geschafft. Noch 500m bis zum Steg. Von der Brücke Beifall für das erste einlaufende Boot. An Steuerbord müht sich eine Pünte mit kaukasischem Rundschlag uns näher zu kommen. Ein im Heck sitzender Mann hält an einer Stange eine Konservendose und fordert uns auf, zu warten. Da könnte ja jeder kommen, also weiterrudern bis zum Steg. Die Pünte gibt auf, ...uns ist ein fataler Irrtum unterlaufen! Kille-pitsch war in der Dose, wer kann´s denn ahnen?

Kaum am Steg angelegt springen vier fünf Helfer hinzu, nehmen das Boot aus dem Wasser, tragen es die Treppe zum Lagerplatz hinauf. Welch ein Service. Deutschland, doch eine Dienstleistungsgesellschaft? Vor mehr als hundert Jahren in den Anfangstagen der Ruderei muss es ähnliche Helfer bei den damals sehr feudalen Vereinen gegeben haben. Hab ich da in Witten was verpasst?

Das erste, zweite und dritte "Schuhmacher" mit zugehörenden Frikadellen schmeckte dieweil, die Boote sind inzwischen von uns abgeriggert und verladen. Nun erwarten wir den angekündigten Rheinischen Abend im Hammer Festzelt.

Für mich bedeutete diese Wanderfahrt ein Wiedersehen mit Kameraden der Germania und gleichzeitig eine Fahrt mit vielen Erinnerungen an schöne Düsseldorfer Tage.

Herzlichen Dank allen Organisatoren und fleißigen Helfern, die zum Gelingen dieses Schönen Ereignisses beigetragen haben.


Dieter Peters - MoK

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