Ruder-Club Witten von 1892 e.V. Ruder-Club Witten von 1892 e.V.

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2005 Die Jugend auf der Lahn

 

Auf der Lahn von Weilburg bis Laurenburg
 

Trotz aller Zweifel aufgrund des schlechten Wetters in den Wochen zuvor, wurde unsere Wanderfahrt vom 18. bis zum 20. August ein voller Erfolg. Nicht nur das Wetter spielte mit, auch der Gruppenzusammenhalt war spitze und der Spaßfaktor sehr hoch.
Um sage und schreibe 7 Uhr in der Frühe versammelten sich 17 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren und 5 Betreuer am RCW um gemeinsam aufzubrechen. Dank Brunos rasanter Fahrweise legten wir den Weg anstatt in der angekündigten Zeit von 3 ½  Stunden in nur 2 Stunden zurück.

Nachdem jeder sich mit Sonnencreme eingeschmiert hatte, wurden auch schon die 4 Gigvierer zu Wasser gelassen - und es ging los!
Direkt am Anfang erwartete uns die erste Tunnelschleuse, die wir uns mit circa 50 Kanuten teilen mussten, die unsere Nerven auf eine Zerreißprobe stellten, da sie weder Ahnung vom Schleusen noch von der Empfindlichkeit unserer Boote hatten.
Dieser Tag sollte mit 37 zu rudernden Kilometer unsere Marathon-Etappe werden, doch wir überbrückten sie durch viele Schwimm-, Ess- und Schleusen-Pausen (während Denis sich abmühte, die Schleuse zu öffnen, wurden seinem Team bis zu 50,- € geboten, damit sie ihn am Ufer stehen ließen!). Auch die Wasserscheuen unter uns wurden zwangsweise durch die vielen Wasserschlachten nass, bei denen das langsamste Boot meist den Kürzeren zog, da ihm die ersten drei nicht selten hinter der nächsten Kurve auflauerten. Ansonsten verlief alles glatt, bis auf ein paar Steuerschwierigkeiten des Bootes Lilly, dessen Team durch Mircos selbstlosen Einsatz gerettet werden konnte.
Und trotz des anfänglichen Gemeckers wegen des schlechtesten Bootes sicherte sich die Mannschaft aus Little Jack den Etappensieg, als sie gegen 18 Uhr den Limburger Ruderclub erreichten.

Wir richteten uns -mehr oder weniger- häuslich ein und aßen in der benachbarten Pizzeria zu Abend. Anschließend machten wir uns auf den Weg in die Limburger Innenstadt und besuchten die dort stattfindende Beachparty. Nach einigen geselligen Gesprächsrunden auf dem Steg gingen wir alle ins Bett.

Als am nächsten Morgen um 8 Uhr der Wecker klingelte, drehten sich alle laut gähnend wieder in ihren Schlafsäcken um - alle bis auf einen: Nill Toesselt (Name von der Redaktion geändert) bedankte sich mit einem spontanen Lied für „diesen schönen Morgen“. Diese Gesangseinlagen waren wir zwar schon gewöhnt, aber als er dann auch noch seine Kamera zückte, erntete er viele Antisymphatien.
Nach dem gemeinsamen Frühstück stachen wir guter Dinge in See - schließlich war diese Etappe nur 17 km lang und viele liebäugelten mit der Rolle des berüchtigten „Kielschweins“, die nur 2 mal vergeben werden konnte. Das Wetter lud zum Baden in der Lahn ein und diesmal hielt uns nicht nur der Gesang des allzu beleibten Pfadfinders bei Laune...; geistesgegenwärtig hatten Alex und Dominik nämlich einen Ghetto-Blaster, eingewickelt in einen Müllsack, mit ins Boot genommen – von da an nur noch als „singende Tüte“ bekannt.
Am frühen Nachmittag kamen wir völlig durchnässt in Balduinstein an. Da wir noch mit dem Zug nach Limburg fahren mussten, wurde jeder so gut es ging mit trockenen Klamotten versorgt. Nichts desto trotz drehten sich die Leute auf der Straße nach uns um. Die Limburger verwechselten uns tatsächlich mit einem Festumzug und schossen Fotos von uns. Christoph zum Beispiel gab mit dem Einteiler über der einen, der Mülltüte über der anderen Schulter und dem Enterhaken in der Hand ein skurriles Bild ab - man munkelt er habe einen Ruderer verspeist. Sarah musste, obwohl sie sich zu Tode schämte, die singende Tüte (die außerordentlich laut sang) durch die Einkaufsstraße tragen.
Nach dem Abendessen besuchten wir erneut die Beachparty, auf der heute ein DJ auflegte, der durch seine schlechte Musikwahl fast alle vom Tanzen abhielt. Das hinderte uns nicht daran eine sonderbare Tanzvorstellung aufs sandige Parkett zu legen, denn wir gingen davon aus, die Leute nie wieder zu sehen. Wir wurden eines Besseren belehrt, als ein junger Bursche aus dem Publikum uns später an seinem Ruderclub willkommen hieß.

Am nächsten Morgen packten wir unsere sieben Sachen und brachen auf. Von Balduinstein ruderten wir die letzten 14 von insgesamt 66 km flussabwärts. Einmal mussten wir eine Pause einlegen, weil der Schleusenwart beschlossen hatte, ein Mittagsschläfchen zu halten. Dabei kamen uns einige Schwäne gefährlich nahe. Auf den letzten Kilometern konnte uns nur der Gedanke an das traditionelle Fleischwurstessen motivieren, was wir durch laute Lobgesänge ausdrückten („Ode an die Fleischwurst“).

Auf der Heimfahrt erwartete uns eine böse Überraschung. Die Insassen des Busses wurden jäh aus ihren Träumen gerissen, als Schlalex Schlolubars (erneute Namensänderung) auf dem Seitenstreifen parkte und alle hinter die Leitplanke scheuchte, weil der Bus eine Panne hatte. Also wurden sowohl Gepäck als auch Ruderer dank dem kurzfristigen Abholdienst von Bernd und Uwe umgeladen und mit einiger Verspätung kamen alle, müde aber glücklich, zu Hause an. (Der Bus kam nach einer Woche nach...)

Zu guter Letzt möchten wir uns im Namen der ganzen Gruppe bei den Betreuern und Organisatoren bedanken: Danke für diese schönen drei Tage, sie werden uns in guter Erinnerung bleiben – und wir freuen uns schon auf nächstes Jahr.

Paula Brune und Sarah Breucker

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