Ruder-Club Witten von 1892 e.V. Ruder-Club Witten von 1892 e.V.

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2018 Altherren - Wanderfahrt

Frühsommer - Die Alten Herren befahren die Werra

Das TeamFrühsommer, seit Anfang Mai ist der Sommer da. Sonne, kein Dauerregen, dafür aber, wie seit einigen Jahren üblich, schwere Gewitter mit örtlichen Überflutungen, schwimmenden Autos und vollgelaufenen Kellern. Wir, die Ü64 Altherren (64 – 83) des Ruder-Club Witten werden die Werra befahren.

 

Lange vorbereitet war diese Fahrt von unserem WaRuWa Dieter B., konnte er doch auf seine Erfahrungen auf der Werratour von 1993 (Freie Fahrt ohne Grenze) zurückgreifen.

 

Mittwoch, 30. Mai, 18.00 Uhr, Boote verladen. Keine besonderen Vorkommnisse, nur der übliche Mangel: keine Bootshaken, keine Treidelleinen, keiner weiß was und niemand hat‘s gesehen. Aber nach knapp zwei Stunden war auch das geschafft, die Probleme gelöst und man verabschiedete sich bis zur Abfahrt am nächsten Morgen um halb sieben.

 

Fronleichnamstag 1.Juni, 6.30 Uhr, Abfahrt von Bootstransport und Mannschaft. Der Club Bus stand Regattawegens nicht zur Verfügung und so musste wieder mal der vom Fahrtenleiter besorgte JOMOBIL-Bus herhalten. Die Mannschaft, neun Teilnehmer, Inside, am Steuer Dieter Borgmann und die Beifahrer Friedhelm Blennemann, Johann Böhme, Michael Göhler, Siegfried Held, Axel Kunde, Dieter Peters, Eckhard Schulz und Dieter Wenig. Outside der Bootshänger, beladen mit den Booten: Tine-Cherry und Flotter-Dreier. Frühnebel über der Ruhr, Aussicht auf einen wieder sonnigen Tag.

 

Ab nach Kassel, unterwegs Zwischenrast an der Autobahn, Rastplatz „Am Biggekopf“, dann weiter nach Treffurt, unserem Einsatzort.

 

Sonne, Schönwetterwolken, steigende Temperaturen, kurze Hosen, klimatisiertes Fahrzeug und kein Stau. Unterwegs wurde in Erinnerungen geschwelgt, wie einige im Grenzgebiet die Werra befuhren, als die Vopos sich noch als Herren aufspielten.erren aufspieltenHH Am späten Vormittag in Treffurt am Campingplatz Boote abladen, aufriggern und zügig aufs Wasser. War das eine Sause! Rudern bei sehr gutem Wasserstand und kräftiger Strömung, keine Motorboote und handverlesen die Freizeit-Kanuten. Natur pur, nur der Kuckuck ruft.

 

Nach einer Umtrage-Pause am Wehr Wanfried, Fahrerwechsel beim Trossfahrzeug, treffen wir gegen 14.30 Uhr am Tagesziel Eschweger-Ruderverein ein. Jetzt gilt es das Standquartier für die nächsten drei Nächte in Bad Sooden-Allendorf anzufahren. Das Parkhotel am Schwanenteich ist nicht mehr ganz neu, hat aber gute Betten und eine warme Dusche. Das Frühstück wird auch stimmen. Auf unser Klingeln erscheint Herr Wirt, ein wenig überfahren von neun Durcheinanderlaufenden, Zimmersuchenden, doch ruhigen Ruderkameraden, Doppel unten, Einzel oben, wer will, der kann, oder auch nicht. Wo ist mein Koffer, wer hat den Schlüssel? Treff zum Abendessen um Sieben!

 

Wer will, der kann jetzt die Seele baumeln lassen, an der Matratze horchen oder dem immerwährenden Froschkonzert im Schwanenteich lauschen.

Nach dem Abendessen, in der Klosterschänke hatte Dieter einen Tisch reservieren lassen, noch ein Rundgang durch Bad Sooden-Allendorf; es ist ja extra für uns ein Stadtfest organisiert worden. Der Kurpark ist voller Menschen, lauter Musik und bester Stimmung; dann eine gute Nacht nach einer Flasche Absacker-Bier bei Froschkonzert auf der Terrasse unseres Hotels.

 

Der Freitagmorgen ist der Kultur gewidmet. Bei Bad Sooden-Allendorf gibt es das Grenzmuseum Schifflersgrund. Das älteste Grenzmuseum Deutschlands, gegründet 1991 durch ehemalige BGS- Beamte und die Gemeinde. Jetzt ein gemeinnütziger Verein, informiert es im Schatten eines Grenzwachturms am ehemaligen Todesstreifen der Deutsch-Deutschen Grenze. Viele Ausstellungsstücke wie Bilder- und Dokumentensammlungen, Modelle, aber auch militärisches Gerät vom Kampfhubschrauber bis zum Patrouillen-Wachhund war dort zu besehen. Eine spannende Führung, durchgeführt von einem ehemaligen BGS-Beamten, stellte uns anschaulich den täglichen Umtrieb an der Grenze, das Leid der Grenzbewohner, und letztendlich den Schießbefehl auf Grenzverletzer dar. Den Abschluss bildete ein MDR Dokumentarfilm, der den mehrfach misslungenen Mordauftrag der DDR-Stasi an einem ihrer Agenten zeigt. Der ehemalige Agent, Wolfgang Welsch, (Staatsfeind Nr.1) lebt heute in der Bundesrepublik Deutschland.

 

Nach einem stärkenden Mittagessen im Biergarten der ältesten Gaststätte Eschweges, alegen vom RV Eschwege und ruhige 20 km Rudern bis zum Tagesziel Bad Sooden-Allendorf. Ach, da waren wir doch schon mal.

Der Samstag begrüßte uns nach zwei guten Sonnentagen mit bedecktem Himmel, nach dem Frühstück auf dem Wasser gar leichter Sprühregen in der Stärke eines Sprühnebels aus der Blumenspritze. Tagesziel bis Mittag ist der WKC, der Kanuclub Witzenhausen. Der Himmel klarte auf, die Wolken wandelten sich zu Schönwetterwolken. Es folgte ein gemeinsames Mittagessen im Klausenhof zu Füßen der Burg Hanstein. Der Klausenhof, das alte Wirtshaus unterhalb der Burg Hanstein, ist eine historische Herberge mit einem Wurst- und Hausschlachtmuseum. Nach der Grenzöffnung wurde es aus dem Dornröschenschlaf geweckt, lag es doch seinerzeit im Sperrgebiet und für die DDR Bevölkerung nur erreichbar für die, die im Sperrgebiet wohnten

 

Jetzt muss erstmal der von Eva P. mit Mandeln, Zucker und viel Schokolade traditionell gebackene „Wanderruderers Mandelkuchen“ dran glauben. Wie immer ein Gedicht. Danke Dir liebe Frau.

Besuch und Führung auf Burg Hanstein, erstmalig 826 im Register des Klosters Corvey a.d.Weser erwähnt, nach wechselvoller Geschichte im dreißigjährigen Krieg im Jahr 1632 zerstört und seither als unbewohnbar geltend. Ab 1877 in der Denkmalliste des Kreises Heiligenstadt als offizielles Baudenkmal geführt und dann Zug um Zug seit 1904 umfangreich renoviert. Uns bekanntester Adelsspross der Familie Hanstein war der Rennfahrer, ehemalige Chef des Porsche-Rennstalls, Automobiltester und Motorsport Enthusiast Fritz Huschke Baron von Hanstein. Gilt er doch auch als Erfinder des Zebrastreifens. So führte uns die Burgfrau, historisch gekleidet, über mehr als zwei Stunden durch die teilrenovierten Gebäude, erzählte von der wechselvollen Geschichte bis hin zum FDJ-Jugendheim und bereitete uns so einen geschichtsträchtigen Nachmittag.
Mit einem gemeinsamen Abendessen, wieder in der Klosterschänke in Bad Sooden-Allendorf und noch einem abendlichen Stadtrundgang durch die von Fachwerkhäusern gesäumten Straßen endet auch dieser dritte Fahrtentag.

 

Der Sonntag bricht bei bedecktem Himmel, windig und kühl an. Nach dem Frühstück sind die letzten 17 km nach Hannoversch-Münden-Laubach zu rudern. Als „Guetsele“ noch einmal eine Stromschnelle (Flutgraben) im Wehrbereich bei Hedemünden.   Ups, schwapp, schon waren wir durch. Die Anlegestelle ist in Sicht und kurz danach endet auch diese wunderschöne Sonnen-Wanderfahrt mit dem leidigen Abriggern.

Dieter B. holte derweil mit Michael den Bootshänger aus Witzenhausen, und kaum zurück, gingen die Boote auf den Hänger. Ruck-Zuck hinauf! Sofortige Abfahrt in Ruderkleidung nach Witten, wir wollten noch vor der sonn- und feiertäglichen Rückreisewelle wieder zu Hause sein. Hat auch gut geklappt.

 

Schön war´s, gut war´s geplant und organisiert. Nach dem Waschen und Einlegen der Boote in die Halle ein dreifaches Hipp hipp hurra auf den Fahrtenleiter, der sich all die viele Mühe um das Gelingen der Wanderfahrt gemacht hat.

 

Mok                                       Hier gibt es einige Fotos

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