Ruder-Club Witten von 1892 e.V. Ruder-Club Witten von 1892 e.V.

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2004 Wanderfahrt auf der Saar und Mosel

 
Von Güdingen an der Saar bis Trier an der Mosel
 
Frühsommer 2004, kein Tag ohne Regen – Pfingsten, Ende Mai: Hagel, Regengüsse, Scheißwetter; erste Juniwoche, es trocknet ab, Barometer und Thermometer steigen, proportional dazu die Hoffnung auf einige schöne Sonnentage.

Montag, 7.Juni, 18.00 Uhr, Boote verladen. Der Chronist ist selbst nicht anwesend, da er an seinem Firmenschreibtisch noch allerlei Probleme zu lösen hat, unter anderem auch was er am Mittwochabend und Donnerstagabend im Restaurant essen möchte. Ein absolutes Novum, das Essen drei Tage vorher per Internet/E-Mail zu bestellen. Die Zeiten ändern sich. Besondere Vorkommnisse sind nicht zu verzeichnen.

Endlich der Abreisetag. Mittwoch, 9.Juni, 8.00 Uhr, Abfahrt des Bootstransports, gezogen von unserem Clubbus. Der Bootshänger beladen mit den Booten: Cherry, Little Jack und Städtisches Gymnasium, der Bus gesteuert von Dieter Borgmann und seinen Beifahrern Michael Göhler, Helmut Grabow, Siegfried Held, Axel Kunde, Siggi Knoop, Helmut Lignau, Gerd Locher und Horst Noll. Immerhin hat es schon einige Tage nicht geregnet, die Wet-terausichten verheißen den SOMMER.

Eineinhalb Stunden später startet das zweite Fahrzeug mit dem Rest der Mannschaft: Der Fahrer Tom Blumberg und als Beifahrer der Stammtisch-Vizepräsident, von mir auch liebevoll Herr Hilfspräsident genannt – darüber ist später an diesem Tag noch zu berichten - Karl Biedermann, F.O. Braun, H.W. Brück, Udo Kemmer, Dieter Peters, Anton Schnurr, Dieter Wenig und unser Herr Vereinsbesitzer Peter Wilhelm.

Sonne ab sofort, Schönwetterwolken, steigende Temperaturen, kurze Hosen, klimatisiertes Fahrzeug kein Stau bis zum Mittagsziel, der Klosterbrauerei Merzig. So sitzen wir bei Ökobier und Weißwürsten mit Brezeln und wissen die Ruderkameraden des Bootstransportes derweil an der Schleuse Rehlingen bei Saarlouis die Boote abladen und aufzuriggern.

Gegen 13.30 Uhr treffen wir am ersten Standquartier für die beiden nächsten Nächte ein. Das Hotel ist nagelneu, aber geschlossen. Auf unser Klingeln erscheit Frau Wirtin, völlig überfahren von acht Durcheinanderlaufenden, Zimmersuchenden, lauten Ruderkameraden, die sich plötzlich verdoppeln, als der zweite Bus anfährt. Doppel unten, Einzel oben, wer will, der kann oder auch nicht. Wo ist mein Koffer, wer hat den Schlüssel?

Zur allgemeinen Beruhigung gibt es auf der Hotelterrasse mit dem Segen des Wirts, den wir selbstverständlich auch eingeladen haben, erst einmal eine Geburtstagsrunde. Der Chronist, als Verursacher hat es sich nicht nehmen lassen aus seiner Heimatstadt Düsseldorf Altbier der bekanntesten Hausbrauerei nebst einem Fläschken Killepitsch zu kredenzen. Und es war nach sieben Stunden Aufenthalt im Bus sogar noch kalt.

Nach dem Abendessen in fröhlicher Runde entspann sich manche Unterhaltung, altes wurde in Erinnerung gerufen, es wurde politisiert und debattiert. So erfuhr dann auch unser vertretender Stammtischpräsident Karl B., dass er von mir seit Jahr und Tag bei der donnerstäglichen Begrüßung, sofern er den Präsidentenplatz innehatte, jedes Mal mit Herr Hilfspräsident begrüßt wurde, - ein Eklat !

Abbitte und Reinwaschung von dieser Sünde, verbunden mit dem Versprechen das böse Wort nie wieder in den Mund zu nehmen ( Gott sei Dank, schreiben darf ich ja noch ) und evtl. gegen Alterspräsident auszutauschen.

Pater Bitburger erteilte die Absolution, verteilt wurde sie von seiner schönen Schwester Kredenzia, der Anja aus Polen. Cheeef...

Der Fronleichnamsmorgen zeigt sich von seiner besten Seite. Warm, blauer Himmel, wenn auch mit geringen Einschränkungen, da könnte sich was entwickeln. Ab 7.15 Uhr Frühstück, Fahrt nach Saarbrücken schon um 8.00 Uhr.

Mannschaftsverteilung im Bus bekannt geben, Boote in der Schleuse zu Wasser lassen, Sprudelwasser bunkern, Fahrtenbeschreibung für die Steuerleute, die übliche Morgenhektik – alles Routine. Ablegen an der Schleuse Güdingen (2,3m) und Flussabwärts geht’s. Was soll einem schon passieren, wenn man im Boot mit einem Steuerberater am Steuer und dann in der Sitzreihenfolge Arzt – Justitiar – Pastor zusammensitzt. Da ist man doch gegen alle Gefahren des Lebens gefeit. Nur nicht gegen die Sonne. Kurz nach dem Ablegen gegen 10.00 Uhr in Saarbrücken ist es bereits 30° C warm. Und das bei stehendem Gewässer. Der Himmel ist blitzblau, die Köpfe sind rot vor Wärme. Bald naht die nächste Schleuse, mit knapp 6m schon etwas beeindruckender.

Mittagsrast am KC Völklingen. Der Wirt stellt sich ans Feuer und grillt für uns hervorragende Schwenksteaks, Frau Wirtin bietet selbstgemachten Nudel- und Kartoffelsalat an, und in der Kühle des Clubraums schmeckt es allen.

Irgendwann geht auch diese Rastzeit zu Ende und wir müssen weiter. Draußen vor der Hallentür steht ein Unbekannter mit dem Hitzehammer und schlägt unerbittlich zu. Die 35° Grenze ist geknackt. Schlag um Schlag geht es an den Technischen Rostdenkmalen Völklinger und Dillinger Hütte vorbei, die ersten dunklen Wolken ziehen auf. Erlösung?

Kurz vor der Schleuse Lisdorf trickst uns ein Motorbootfahrer aus, indem er dem Schleusenwärter erklärt: Die Ruderboote kommen noch lange nicht, die sind noch weit. Er wird solo geschleust, wir müssen lange auf die nächste Möglichkeit warten. Es beginnt zu grummeln und wird zusehends dunkler.

Unmittelbar hinter der Schleuse landen wir vor dem inzwischen bedrohlich nah gekommenen Gewitter an. Boote raus, volle Deckung in den Begleitfahrzeugen. Wir beschließen dem nächsten Glasbiergeschäft einen Besuch abzustatten. Es beginnt zu schütten

Dann geschieht etwas unglaubliches. Die nächste Kneipe ist zu. Die zweite wenig einladend. Die dritte ist nicht zu finden. Die vierte, an der wir vorbeifahren, ist ein Bistro, zu klein. Stadtmitte, Marktplatz, Uneinigkeit, ob Eisdiele oder Tränke, Rundfahrt, wieder eine geschlossene Kneipe, wieder auf dem Marktplatz, da schau mal rechts oder doch besser links, der Marktplatz kommt das dritte Mal vorbei. Endlich ein Parkplatz, obwohl doch alles frei war. Ich glaube die Sonne hinter den Wolken lachen zu hören und bald guckt sie wieder raus.

Endlich können wir in einem großen Bistro für ordentlich Verwirrung sorgen, trinken ein – zwei Bier, zahlen und rauschen wieder ab. Die letzten vier Ruderkilometer bis zum Etappenziel genießen wir die Kühle nach dem Gewitter.

Donnerstagabend 20.00 Uhr, Stammtisch. Dieter Borgmann schafft ein Paket herbei, eine Gabe unseres Präsidenten. Der ...präsident übermittelt Grußworte von G.A.W, die Präsidentenunderberge, die er sich vom Munde abgespart hat, werden verteilt, aufgeklebte Beipackzettel mit Schmunzeln verlesen, der Stammtisch ist eröffnet.

Freitag, 11.Juni, kühl und dunstig: Nach dem Frühstück eine halbstündige Anfahrt zum KC Undine. Reichlich Regenwasser in den Booten, dafür aber am heißen Vortag die Trinkwasservorräte erschöpft. Der Tross muss in Aktion treten. Wir durchfahren die Schleuse Rehlingen (8m) und gelangen ohne große Vorkommnisse gegen Mittag nach Merzig. Wie üblich wird nach jeder Halbtagesetappe die Bootsverteilung neu vorgenommen, neues Spiel, neues Glück.

Ein eifriger Italiener hat den Mittagstisch für uns auf der Terrasse der Bootshausgaststätte des KC Merzig gedeckt, und das, was er uns auftischt, schmeckt allen.

Für den Nachmittag steht die Durchfahrt der großen Saarschleife, 258 m tief in den Fels eingeschnitten, zwischen Merzig und Mettlach an und zum Abschluss der Tagesetappe geht’s in der Schleuse Mettlach mal eben 11m den Bach herunter. Hier sind nicht nur die Uferböschungen hoch, sondern auch die Schleusenwände.

Der Kultur-Samstag beginnt mit einer Fahrt zum Aussichtspunkt CLOEF hoch über der Saarschleife. Hier wollen wir noch einmal unsere gestrige Bergetappe betrachten. Nach kurzer Waldwanderung stehen wir am Abgrund. Das obligatorische Gruppenbild wird gemacht und weiter geht es zum Startpunkt der heutigen Etappe. Nun sind 10 km Rudern angesagt, zur Schleuse Serrig.

Dort erwartet uns der ehemalige Betriebsleiter der Saarkraftwerke, Herr Alfons Schmidt, um uns in die Geheimnisse einer Strommühle einzuweihen. Zunächst sehen wir eine Multivision, die uns ein anschauliches Bild über das Saarland, die Menschen, den Fluss und endlich seine wirtschaftliche Nutzung bietet. Im Anschluss daran begehen wir Schaltwarte, Turbinenraum und Werkstätten tief unter der Wasseroberfläche in das Flussbett gebaut. Interessant war´s und zu gern hätten wir für zu Hause noch einen Sack voll Abfallstrom mitgenommen. Keine Chance!

Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Brauhaus Mettlach steht für den Nachmittag eine Führung im Wolfspark Merzig unter Leitung des Verhaltensforschers Werner Freud an. Wir sehen, wie Herr Freud von seinen Tierchen begrüßt wird, die ihn auf den Hinterbeinen stehend durchaus bequem küssen können. Ist das tägliche Wiedersehen eine Freude. Nur der Alphawolf (Wölfin) darf sich Ihrem Herren nähern, dem Sie sich unterordnet. Allenfalls der zweite in der Rangstufe darf noch kommen, die anderen haben gebührend Abstand zu halten. Das ist das Gesetz der Steppe. In der Ferne tun andere Rudel mit lautem Geheule Ihre Sehnsucht kund.

Zum Abschluss der Führung für jeden noch ein Stück Kuchen mit begleitender Donnermusik. Das Gewitter zieht vorüber. In der Abendsonne rudern wir, nach durchfahren der Schleuse Serrig mit 14,5 m Fallhöhe die letzten Kilometer zum Tagesziel Saarburger Ruderclub.

Wieder wird, wie gestern schon im Hunsrück-Erholungsort Trassem übernachtet, hat datt da gerechnet.

Der Sonntag bricht feucht, windig und kühl an. Nach dem Frühstück ab nach Saarburg mit kurzem Stadtrundgang im Dunst. Am Saarufer reißt die Bewölkung auf, ebenso wie auch der Wind auffrischt. Die letzten 18 km bis in die Mosel hinein. Trier wird um die Mittagszeit erreicht. Noch einmal schleusen, die letzten drei km bis zum RV Treviris, die übliche Aussetz-, Abrigger-, und Aufladehektik und schon endet auch diese wunderschöne Allwetterwanderfahrt mit einem opulenten Mittagsmahl in der Bootshausgaststätte.

Schön war´s, gut war´s geplant und organisiert. Ein dreifaches Ruck – Zuck hinein allen die sich mit viel Mühe um das Gelingen der Wanderfahrt verdient gemacht haben.


Mok                       

 

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