Ruder-Club Witten von 1892 e.V. Ruder-Club Witten von 1892 e.V.

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1995 AH-Wanderfahrt auf dem Neckar

 

Diesmal war wieder der Neckar dran

Am Anreisetag, am Mittwoch den 14.06. goss es in Strömen. Wir reisten in 3 Gruppen: umweltbewusst 11 Mann mit der Bahn, 8 Mann im Clubbus mit Barke und den Doppelvierern „Ruhrgymnasium“ und „Little Jack“, sowie 2 Mann im schnellen BMW Rolf Kernebecks.

Da schon ein Name genannt wurde, sei der Datenschutz auch weiterhin geöffnet: Werner Berg, Karl Berghoff, Karl Biedermann, Tom Blumberg, Dieter Borgmann, Fritz-Otto Braun, Heinrich Frinken, Michael Göhler, Helmut Grabow, Wilfred Güthoff, Siegfried Held, Franz-Georg Kroell, Werner Liebig, Gustav Limke, Helmut Lingnau, Gerd Locher, Dieter Peters, Anton Schnurr, Dieter Wenig, Peter Wilhelm (erst ab Bad Wimpfen) und Klaus Wottrich waren die übrigen diesjährigen Neckar-Wanderfahrer. Als der Bootstransport in Neckarrems am Bootshaus des Wassersportvereins „Schifferclub“ ankam, scheuten wir das Wetter so sehr, dass wir nur rasch den Hänger abkuppelten und dann schleunigst ins Hotel „Zum Hirschen“ fuhren. Die beiden „Herrenfahrer“ waren schon da, die Bahnfahrer kamen kurze Zeit später.

Als Wanderfahrerneuling wurde der Tradi­tion gemäß Michael Göhler in den erlauchten Kreis der Wanderruderer aufgenommen. Werner Liebig, der schon auf eine 21 -jährige Erfahrung als Wanderruderer zurückblicken kann, wurde zu seinem Paten bestimmt. Michael dankte dafür mit einer Runde.

Die notwendigen Regularien wie Bootseinteilung, Zeitplan für die Schleusungen usw. waren schnell erledigt. Der gemütliche Teil des ersten Abends kam bei Trollinger und Dinkelacker Bier gut in Schwung. Mit dem Wunsch, der Himmel möge uns in den nächsten Tagen gnädig sein, schliefen wir wohlbeschwert ein.

In der Tat, war der nächste Morgen nur noch „hoch bewölkt“. Dank der Hilfe des Ruderwartes des „Schifferclubs“ konnten die Vierer rasch am Steg des Bootshauses und die Barke am gegenüberliegenden Ufer von einer Bootsrampe aus pünktlich zu Wasser gelassen werden. Pünktlichkeit war nötig, denn mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt in Stuttgart war eine zeitliche Festlegung für die Schleusungen verabredet worden. Leichte Sportboote, wie es Ruderboote üblicherweise nun mal sind, müssen nämlich an den zahlreichen Wehren mit Hilfe der dort vorhandenen Transportwagen umgetragen werden. Da sich unsere Barke wegen Größe und Gewicht dazu nicht eignet, erlaubten uns die WS-Ämter Stuttgart und Heidelberg die Benutzung der Hauptschiffahrtsschleusen zu fest vorgegebenen Zeiten. Wir wurden an allen Schleusen sehr zuvorkommend sofort bedient. Das ersparte uns manch lange Wartezeit und verkürzt den Rudertag angenehm. Wir haben uns bei den Verantwortlichen und Schleusenwärtern denn auch umgehend schriftlich herzlich bedankt.

Zur Fahrt selbst: Infolge des starken Regens an den Vortagen war der Pegel stark gestiegen, alle Wehre waren geöffnet, und so unterstützte uns die Strömung beim Vorankommen. Der Himmel klarte von Stunde zu Stunde mehr auf. Die Luft war angenehm kühl. Zum Sonnenbrand reichte es noch nicht, und an Hitzestau litt auch niemand. Nur zwei oder drei ganz unbedeutende, eher als Erfrischung empfundene Kurzschauer erinnerten uns daran, dass wir noch nicht im Hochsommer waren.

Die erste Mittagspause in Mindelheim war Picknickzeit am Ufer mit Brot, Schinken, Käse und Württemberger Wein, von der Wirtin des Hirschen in Neckarrems besorgt. Anschließend und nach drei weiteren Schleusen erreichten wir gegen 17.30 Uhr Lauffen, unser erstes Etappenziel.

Wir fanden ein hübsches, kleines, sauberes Hotel-Garni vor. Für den Abend war in der Lauffener Weingärtnergenossenschaft, eine Besichtigung mit anschließender Jause und Weinprobe verabredet.

Trotz des Feiertages hatte sich ein Angestellter bereit erklärt, uns vom Württemberger Wein zu erzählen. Er lobte die Lauffener Genossenschaft als die größte Deutschlands. Mehr als 80% des dort erzeugten Weins wird in Württemberg selbst getrunken. Verständlich, denn das, was uns reichlich kredenzt wurde, war wirklich gut bis ausgezeichnet! Die Besichtigung war sehr eindrucksvoll.

Pünktlich um 7.30 Uhr saßen am Freitag alle wieder wohlgelaunt am Frühstückstisch. Eine Stunde später starteten wir zur Weiterfahrt auf die erste Schleuse zu. Das Wetter wurde stündlich besser, ein fast wolkenloser Himmel bei angenehm kühlen Lüftchen beflügelte die Freude am Wanderrudern. Zur Mittagsrast legten wir am Steg des RC Bad Wimpfen an. Groß war die Freude, hier unseren Ruderkameraden und Vereinsvorsitzenden Pitze Wilhelm begrüßen zu können, der von seinem dienstlichen Besuch der Luftfahrtschau „Aerosa­Ion Le Bourget“ eiligst zu uns gefahren war. In einem netten, alten Restaurant „Zur alten Kelter“ hatte der Landdienst schon einen großen Tisch reservieren lassen. Die schwäbische Küche ist zu gut, um achtlos daran vorbeizugehen.

Wohl gestärkt bummelten wir anschließend durch die wunderschöne mittelalterliche Stadt mit der gut erhaltenen Kaiserpfalz aus dem 13. Jahrhundert. Pitze Wilhelm legte sich sogar längs auf die Straße um uns alle vor dem imponierenden Stadtpanorama aufs Bild zu bekommen. Die Weiterfahrt bis Neckarelz gelang dank der pünktlichen Schleusungen und der fröhlichen Stimmung glatt.

Zur Übernachtung in Haßmersheim mussten wir mit den nunmehr ausreichenden Sitzplätzen in den Fahrzeugen etwa 8 Km zurückfahren.

In Mosbach und Umgebung war es dem Fahrtenorganisator schon im Oktober des Vorjahres nicht gelungen, auch nur ein  Gasthaus mit ausreichender Bettenzahl aufzutreiben. Eine seit zwei Jahren geplante internationale Reiterveranstaltung hatte schon alles vorgebucht. Unsere Bleibe in einem neuen Gästehaus eines Hotels mit guter schwäbischer Küche und einem wohlgefüllten Wein- und Bierkeller war aber mehr als eine Entschädigung.

Auch   der Samstag begann wieder um 7.30 Uhr mit gutem Frühstück, der Rückfahrt nach Neckarelz und pünktlichem Einbarken. In Eberbach zur Mittagszeit konnten wir die Empacher-Werft leider nur von außen sehen, die Ausstellung der Boote auch nur durchs Schaufenster, da alle Mitarbeiter zur Deutschen Meisterschiaft in Hamburg waren. So nah men wir unser Mittagsmahl in einem netten Gartenlokal am Neckar ein und legten bald wieder ab.

Neckarsteinach war das Tagesziel. Dort gab es erst einmal einen großen Schreck. Das Verkehrsbüro hatte uns ein flaches Uferstück an der Mündung der Steinach als Bootslagerplatz zugewiesen. Doch gerade hier war das Zentrum einer kirmesähnlichen Volksbelustigung. Neckarsteinach feierte das traditionelle „Backfischfest“ ursprünglich ein Fest der Neckarfischer, das also mit jungen, erwartungsfrohen Mädchen nur insofern zu tun hat, als diese, damals wie heute, kichernd und mit halbkessem Blick durch die Straßen und an Schaubuden vorbei flanieren. Wir hatten trotzdem die Boote, wenn auch etwas bangen Herzens, an der äußersten Ecke des uns zugewiesenen Platzes gelagert. Am nächsten morgen stellten wir erleichtert fest, dass nichts beschädigt oder gestohlen war. Gegen Abend paradierten auf dem Neckar mit Fähnchen und Lampions geschmückte Ausflugsboote aus der näheren und weiteren Umgebung - sogar von Heidelberg waren sie gekommen - vor dem Panorama des hübschen Städtchens. Sie waren ein prächtiger Rahmen für das große Feuerwerk, das, ähnlich wie der berühmte „Rhein in Flammen“ am Unterneckar das große Ereignis des Jahres ist. Ein mächtiges Gewitter mit unerwartet starkem Nie­derschlag beeinträchtigte dieses Vergnügen allerdings recht erheblich.

Es goss dann auch die ganze Nacht hindurch, und das hielt noch bis nach dem Frühstück an. Die  Bewölkung und der Wetterbericht des Tages versprachen keine Besserung.So entschlossen wir uns, die letzten 17,5 Km abzusagen. (Frei nach Ringelnatz:,,Und so verzichteten sie weise, auf den letzten Teil ihrer Reise.“).

Nach langer Diskussion aller - und jeder hatte mehrere Meinungen - ordnete sich alles wohlgefällig. Die Bahnfahrer wurden nach Heidelberg gebracht - wo sie u.a. mit einem Fußweg zum Schloss hinauf den schwierigsten Teil der Wanderfahrt zu bewältigten hatten. Die Busfahrer mit den Booten und die beiden PKWs von Rolf Kernebeck und Pitze Wilhelm wurden auf die Autobahn geschickt.

Letzterer wurde als erster Vorsitzender noch besonders in die Pflicht genommen. Denn ein Anruf Uwe von Dieckens erinnerte daran, dass just an diesem Sonntag die NRW-Landesmeisterschaft der Kinder in Köln stattfand, mit großen Chancen unserer jüngsten Ruderer und Ruderinnen. So unterbrach er mit Gustav Limke die Rückkehr für einen Besuch an der Regattastrecke.

Im übrigen aber kam, was kommen musste: Kaum waren alle auf dem Heimweg, schlug uns der Wettergott doch noch ein Schnippchen.

Denn gerade waren die einen in Heidelberg und die anderen auf der Autobahn, da regnete es nicht mehr, sogar die Sonne wagte sich durch die Wolken. Der Neckar mag uns nicht, könnte man fast sagen, denn das war nun schon der zweite Regenabbruch einer Neckarwanderfahrt von insgesamt drei. Diesmal sind wir aber immerhin achtzehn Kilometer weitergekommen, denn 1981 hatten wir die Fahrt schon in Eberbach beendet. Hoffen wir, dass der nächste Organisator einer Neckarfahrt dann endlich wieder einmal die ganze Strecke bis Heidelberg rudern lassen kann. Das Wanderrudern, auch auf dem Neckar, geben wir aber bestimmt nicht auf und schon gar nicht wegen Regens. Es war eine rundum gelungene Wanderfahrt!

Heinrich Frinken                                                     

 

-Neckar
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