Ruder-Club Witten von 1892 e.V. Ruder-Club Witten von 1892 e.V.

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1990 Tagesfahrt auf der Ruhr


Wanderfahrten von Schwerte nach Witten / der Saisonauftakt der Alten Herren

Schon Tradition:

Der Automobilsport hat seinen Nürburgring, wir haben unsere Wanderruderstrecke Schwerte-Witten. Beide sportlichen Ereignisse erfordern Organisationstalent. Im Ersten spielen große Summen und viele Menschen eine Rolle, bei uns liegt alles auf einer Schulter und in mehreren helfenden Händen. Der Automobilsport ist nerventötend, Rudern ist Spitze. Was soll dieser hinkende Vergleich? Uns zeigen, daß wir die bessere Wahl getroffen haben.

Verladen der Boote am Mittwochabend und Transport zum Schwerter Kanuclub. Eine Arbeit von gut vier Stunden; denn ohne Vorbereitungen geht es nicht. Fahrtenleiter Karl Berghoff hatte seine Ruderkameraden im Griff. Dieter steuerte den Bootstransport zum Bestimmungsort. Zügig wurde entladen, Boote und Skulls für den morgigen Tag im Gras abgelegt. Um 10.00Uhr am Donnerstag ging es los.

Mit vereinten Kräften wurden die Boote eingesetzt, die Mannschaften verteilt. Bei strahlendem Sonnenschein wurde die erste Etappe zurückgelegt. Umtragen am Kraftwerk. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr war der Wasserstand gut, so daß die Boote leicht herauszunehmen waren. Mit dem transportablen RCW­ Bootswagen wurden sie zum Einsetzen unterhalb des Kraftwerkes gefahren. Nur wenige hundert Meter waren es von hier bis zum „Frühschoppen“. Wer  rudert, verliert viel Schweiß und dieser Flüssigkeitsverlust muß schnell wieder ausgeglichen werden. So rät es auch jeder Arzt. Das Anlegen ging ohne Schwierigkeiten vor sich und die Boote wurden mit einer Leine am nächsten Pfahl festgemacht.

Bier und Korn waren gut gekühlt und unter einem schattenspendenden Baum konnte die Runde über die zurückgelegte und die noch zu rudernde Strecke diskutieren. Während der Unterhaltung wurde mancher schon bekannte Witz zum Besten gegeben. Der Leser erkennt, daß diese Pausen am Vatertag „ruderische Arbeitsgespräche“ zum Inhalt haben. Nach einer halben Stunde Aufbruch und Weiterfahrt zum Schiffswinkel. Der vor uns liegende Teil der Strecke führte über den Hengsteysee. Vorbei an der Hohensyburg, dem Koepchenkraftwerk und der Einmündung der Volme.

Mittlerweile knurrte der Magen und es war immer noch ein Stück zu rudern. Dann rief der Steuermann: „Land in Sicht, das Mittagessen wartet!“ Das Herausnehmen der Boote geschah schnell und verursachte eine Konzentration neugieriger Fußgänger. Im Gänsemarsch ging es in den Schiffswinkel. So mancher Gast blickte erstaunt auf die Männer in Ruderkleidung. Es gehört zur Tradition, so im Restaurant zu erscheinen. In diesem Jahr bekamen wir einen separaten Raum. Zufall oder waren wir im vergangenen Jahr zu laut?

Nach dem Essen war man so richtig müde, doch der Fahrtenleiter trieb uns weiter. Wir schleppten die Boote zum Einsatzort, das war nicht ganz leicht und Gustav Adolf wurde zur Hälfte naß. Doch er trocknete wieder. Die folgende Etappe war nicht lang. Erneutes Umsetzen. Zum drittenmal wurden an diesem Tag die Boote herausgehoben und über Kiel wieder eingesetzt. Das Wasser war flach und ein Entenpaar sah uns zu. Doch dann rief der Steuermann: „Halbe Rollbahn — los!“ Das Boot kam in Bewegung, die Mannschaft in Schwung. Mit gleichmäßigem Streckenschlag über den Harkortsee nach Wetter. Nur das Motorschiff „Friedrich Harkort“ war schneller. Die Wasserfläche zog sich in die Länge, und die Sonne brannte unerbittlich.

Es folgte der traditionelle Besuch bei den Wetteranern und mit Gesprächen wurde der Zwischenstop verbracht. Cherry Kirsch übernahm einen freien Platz im Vierer und die letzte aber beschwerlichste Umtrage lag vor uns. Das Herausnehmen der Boote ist hier am Kraftwerk nicht leicht und der Weg zum unteren Wasser ist schlecht. Halb hängt man an der Steuerbordseite über dem Abgrund, an der Backbordseite verbrennt man sich am Bärenklau. Ein bißchen Feuchtigkeit bringt den Transport ins Rutschen und dann wird der Pfad am Wasser schmal. Bis man die Boote endlich ins Wasser gebracht und alle wieder unbeschadet auf ihren Rollsitzen sitzen, ist immer eine gute Überraschung :“Fahrwasser achten“, die Warnung ist hier angebracht. Untiefen gibt es und die gefährlichste ist die Stromschnelle an der weißen Mauer. Hier kann man leicht einen Stein erwi­schen; aber alle haben es ohne Kratzer geschafft. Ein Lob den Steuerleuten! Auf der Steuerbordseite der Kugelbaum, wenig später wildes Wasser am Stahlwerk Mark, dann sind es noch 3500 m bis zum RCW.

Am Bootshaus angekommen, werden Boote und Skulls vom Schmutz befreit und in die Halle gebracht. Fahnen und Bootshaken kommen an ihren Platz. Ordnung muß sein! Es folgt das Duschen und dann noch ein Bier oder auch zwei. Es ist schon nach sechs, als der Fahrer kommt. Da fragt noch einer aus der Runde:,, Ist heute noch Stammtisch?“ Die Antwort folgt.,, Nach dieser Tour, ich glaub es kaum!“

Es war eine schöne Fahrt, gedankt sei dem Karl. Gedankt sei auch allen, die mitgemacht haben; denn nur so konnte sie gelingen. Es waren: Hartmut Daniel, Dieter Borgmann, Thomas Blumberg, Helmut Grabow, Dieter Wenig, Hans Gerd Kirsch, RKM. Peters, Karl Berghoff, Dieter Werner, Anton Schnurr und

G. A. Wüstenfeld

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