Ruder-Club Witten von 1892 e.V. Ruder-Club Witten von 1892 e.V.

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2000 Langstreckenregatta „Rund um die Strohauser Plate"

 

Mit dem 3. Gewinn des Rennens auf der Strohauser Plate war 1998 der Siegerpokal in unseren (der Mannschaft) Besitz übergegangen. Also mußte ein neuer Pokal her, den zu stiften für uns Ehrensache war. So war also der neue Pokal in unserem Reisegepäck, als wir Richtung Nordenham aufbrachen. Wir, daß sind unser Schlagmann Dieter Werner, Dieter Wenig, Anton Schnurr, Gerd Locher und der Steuermann Fritz Otto Braun. Bis auf Dieter Werner (er wollte am gleichen Tag noch nach Witten zurück) sind alle mit ihren Damen angereist.
Angereist ist auch eine Gruppe Schlachtenbummler aus Witten. 9 Mann stark die Truppe. Schon das eine Verpflichtung für uns.

 

Werden wir es wieder schaffen? Das Training zu Hause war auf die lange Strecke von 27 km angelegt. Aber wie sieht die Konkurrenz aus? Auf der Fahrt zur Regatta geht einem so was schon mal im Kopf um. Ankunft an der Regattastecke, Dieter Werner ist schon da und hat mit dem Aufriggern unseres Bootes begonnen.

Was – fünf Boote in der Altersklasse ab 45? Hast du den Dreimann in dem Boot gesehen? Ein Riese, da ist ja Dieter Wenig klein dagegen. Die Uhr zeigt halb zwei. Die Zweier starten schon. Raus, wir gewöhnen uns nochmals an das Wasser. Es ist ja ruhig heute, kein Wind. Dafür Sonne! Sind die Getränke an Bord?

 

Kurz vor zwei Uhr sind alle Boote am Start. Wir liegen nahe der Fahrrinne an den grünen Tonnen. Das auflaufende Wasser drückt uns immer wieder vor. Nochmal zurück. Dann das Startkommando, und los.

Wir liegen sofort vorne, doch von Land schiebt sich ein Vierer aus Oldenburg hinter uns. Kann ja hart werden. Die Jungs sind erst 32 Jahre alt. Dann höre ich plötzlich: „und jetzt hart die Beine“! Ich schau unserem Schlagmann in die Augen und weiß, was jetzt kommt. Das Stemmbrett biegt sich, die Schlagzahl – die für die Langstrecke schon recht hoch war – wird etwas höher geschraubt, die Crew vergrößert die Spiegeleier.

Dann kommt die Strohauser Plate in Sicht. Alles voller Segelboote und Motoryachten. Kann ja lustig werden. Eine Motoryacht scheint nach Steuerbord zu ziehen, also hinter dieser durch. Slalom ist ja eigentlich eine Wintersportdisziplin, doch was soll`s.


Schon kommt die Wendemarke, das Ende der Strohauser Plate. „Steuerbord über“! Plötzlich knirscht es verdächtig unterm Kiel. Scheint, daß sich seit der letzten Regatta etwas Kies
angeschoben hat. Gott sei Dank ist es gut gegangen. Schau mal, die Tonnen sind noch stark stromaufwärts geneigt, also hatten wir noch auflaufendes Wasser. Hart unter Land bleiben, die Neere (so nennt man hier die Wirbel am Rande) nutzen. Und wieder die Oldenburger hinter uns: „hart die Beine“! wir wieder rauf mit der Schlagzahl und kontern.

Lassen die uns denn keine Zeit mal etwas zu trinken? Schon naht das Ende der Insel, das Kernkraftwerk kommt in Sicht. Die Tonnen richten sich auf, also raus in den Strom. Auf die übernächste Tonne zu, auch wenn die nächste Backbord steht. Ein bißchen den Fluß begradigen nennt man das. Noch einmal versuchen die Oldenburger aufzukommen. Auch dieser Versuch scheitert. Die Fähre legt gerade an. Auch diese Stelle geschafft. In der Ferne sieht man die Docks von Nordenham. Die Zweier haben wir geschafft, bis auf das Boot aus Wetter. Wo mögen die sein? Noch zwei Kilometer. Da hinten sieht man das Boot aus Wetter . Abwarten Jungs, mal sehen wie wir ran kommen. Noch einen Kilometer. Wetter liegt kurz vor uns. „Könnt Ihr noch einen Spurt fahren“?
Frage ich die Mannschaft. Der Schlagmann, schweißüberströmt, grummelt etwas und nickt. Also „Attacke, fünfzig Dicke“. Mensch, die kämpfen ja auch! Nutzt ihnen aber nichts. Wir fahren als erste durchs Ziel.

 

Am Steg hält schon jemand fünf Pötte Jever bereit. Hervorragend! Weniger der Steuermann, aber die Mannschaft war ganz schön geschafft. Da machte es dann besondere Freude, daß die Schlachtenbummler sich lautstark bemerkbar machten. Na, und daß man uns unbedingt beim Aussteigen fotografieren mußte, haben wir gelassen hingenommen. Zwei Pötte gab`s, einen für unsere Altersklasse, einen für das schnellste Boot überhaupt. Wir waren schon mächtig Stolz. Ist ja schön sagt jemand, aber nun müssen wir in zwei Jahren wieder hin, und dann sind wir im Schnitt 65,4 Jahre alt. Na, ja wird er getröstet: solange das Bier noch schmeckt.


Fritz Otto Braun

 

Die Sieger:
Schlagmann Dieter Werner, Dieter Wenig, Anton Schnurr, Gerd Locher und Steuermann F. O. Braun

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