Ruder-Club Witten von 1892 e.V. Ruder-Club Witten von 1892 e.V.

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1998 Langstreckenregatta „Rund um die Strohauser Plate"

 

Der Pokal gehört endgültig uns !

Das RCW-Team gewinnt zum ditten Mal die Regatta um die Strohauser Plate.

 

Der Ruderclub Nordenham hatte am 8. August wieder zur 27 Km langen Langstreckenregatta rund um die Strohauser Plate eingeladen. Da mußten wir - Dieter Werner, Dieter Wenig, Anton Schnurr, Gerd Locher und Fritz Otto Braun - selbstver-ständlich wieder dabei sein, galt es doch den „Pott" zu verteidigen, den wir bekanntlich 1994 und 1996 schon einmal gewonnen hatten.

 

1995 und 1997 war die Regatta ausgefallen. Der Pokal ist für die Altersklasse MDA über 45 Jahre ausgeschrieben, aber wir haben inzwischen schon ein Durchschnittsalter von 62 Jahren erreicht. Na, wir wollen mal sehen. Unterstützt wurden wir durch Schlachtenbummler Siegfried Knoop, wenn auch im Trikot der Demag Wetter. Doch dieses Boot startete nicht in unserer Altersklasse.Sie kamen mit einem neuen Boot, mit Big Blades (den sog. Hackebeilchen), aber auf sie mußten wir ja nicht besonders achten.

 

Auf wen aber dann? Es waren zwei Boote, die den direkten Vergleich mit uns wagten; eins kam vom Ruderclub Nordenham, das andere aus Bremerhaven. Sie hatten ein Riemenboot mitgebracht, weshalb man ihnen eine Zeitgutschrift von 6 Minuten einräumte. Bei einer 27 Km langen Gesamtstrecke sahen wir darin keine Benachteiligung.

 

Also alles ok! Insgesamt lagen 17 Gig-Vierer am Start. Er war für 14.30 Uhr angesetzt, damit die schnellsten Boote -sie brauchen in der Regel eine Zeit von knapp zwei Stunden - bei der Wende den Höchstwasserstand vorfinden würden.

Es geht gleich los, noch etwas vor und ab geht's. Wir liegen vorn. Wir wollen sofort heraus auf den Strom, um mit der Strömung weiter zu kommen. Doch die jungen Recken aus Lingen, Altersdurchschnitt so etwa 25 Jahre, wollten das auch und waren nicht zu halten.

Auch Demag Wetter, sowie zwei weitere Boote mußten wir ziehen lassen. Wir hatten zu tief geriggert, die Wellen waren diesmal einfach zu hoch. Dieter Wenig hatte Schwierigkeiten, aus dem Wasser zu kommen, es blieb uns gar nichts anderes übrig, dichter unter Land zu fahren. Aber damit konnten wir die optimale Strömung nicht mehr ausnutzen.

 

Langsam kamen wir an die Plate heran. Motorboote rauschten vorbei, warfen ihre Hecksee auf, die wir nur durch „höher scheren" parieren konnten. Trotzdem kamen wir an mehreren „Spritzwasser-Kühlungen" nicht vorbei, was aber bei den Temperaturen nicht unbedingt von Nachteil war.

Um 15.00 Uhr waren wir an der Wende und passierten die vor uns gestarteten Kanuten und Doppelzweier. Die Bojen standen aufrecht. Was war zu tun? Raus in den Strom bis zum Fahrwasser der Berufsschiffahrt? Doch die Wellen sind zu hoch, der Seitenwind hat auch zugenommen, wir müssen den Schutz der Insel wieder suchen, nichts ist es mit der Nutzung der Tide. Die vier Boote vor uns konnten dagegen in der Strömung bleiben. Wir hätten unser Bäuche doch ein wenig mehr „glätten" sollen, dann hätten wir nicht so tief im Wasser gelegen.

 

Von hinten kam das Boot von Mark Wetter ein wenig auf. Doch echt besorgt waren wir deswegen nicht. Ruhig Blut, Jung's, es waren ja noch 10 Km. Am Ende der Plate wurden die Wellen wieder höher. Aber dichter unter Land zu fahren, war nun nicht möglich, da waren die Anlagen des Kernkraftwerkes. Erst nach Passieren der Anlagen konnten wir wieder näher ans Ufer und auch hier gab es die angenehme „Spritzwasserkühlung".

Jetzt brauchten wir auch innere Kühlung. Jeder griff zur Flasche, allerdings einer nach dem anderen, um das Boot nicht stoppen zu müssen. Als erster war der Schlagmann, Dieter Werner, an der Reihe, als letzter Gerd Locher in der Spitze. Als er seine Flasche zurückgelegt hatte, ging es mit voller Kraft wieder los. Mark Wetter konnten wir wieder ein wenig weiter zurücklassen..

Noch fünf Km. Von Dedesdorf überquerte eine Fähre die Regattastrecke. Wir mußten also wieder raus in die Wellen. Trotzdem näherten wir uns dem vierten Boot vor uns. Doch es waren nur noch 500m. Der Endspurt reichte nicht, um vorbei zu gehen. Es wurde kurz vor uns abgeläutet, doch dann waren auch wir durchs Ziel. Wir mußten warten, der Steg war noch nicht frei. Inzwischen kam auch Mark Wetter über die Ziellinie.

 

Am Steg stand Gabi Schnurr mit einer Runde Tuborg-Pils. Niemand weiß, wie gut ein Bier schmecken kann. Wir waren sehr, sehr abgekämpft, das Boot war plötzlich so schwer. Allerdings hatten wir wohl auch etwas Wasser übernommen.

 

Die Sieger - Lingen mit seinen jungen Cracks - gingen mit neuer Rekordzeit in 1.55 Stunden durchs Ziel. Unsere Zeit wurde mit 2.05 Stunden gestoppt. Würde das reichen? Wann kamen die anderen Boote unserer Klasse? Mit einer Zeit von 2.25 Stunden lief Nordenham ein. Bremerhaven benötigt 2.30 Stunden, unter Einschluß der Zeitgutschrift von 6 Minuten werden also 2.24 Stunden als Ergebnis vermerkt.

Wir haben es also geschafft! Es war schwerer als bei unserem Sieg 1996, als wir mit 1.58 Stunden sogar die absolut schnellsten waren. Wind- und Wetterverhältnisse ließen das diesmal nicht zu. Auch war die Konkurrenz der jungen Mannschaften diesmal ungleich größer.

 

Die Siegerehrung war für 18.00 Uhr angesetzt. Also erstmal ins Hotel, um zu duschen und  „landfein" zu machen.

Nordenham feierte seinen 90. Geburtstag. Also erschien Fritz-Otto-Braun hochoffiziell in Blazer, Fliege und RCW-Mütze. Nach der Siegerehrung für die Lingener Crew waren wir dran und erhielten den Pokal, der nun endgültig in der Trophäensammlung des RCW seinen Platz haben wird. Fritz-Otto kündigte als Ersatz einen neuen Pokal an, als Spende von der heute zum dritten Mal siegreichen Crew.

Ob wir ihn erneut gewinnen ? Wenn er wieder erst in zwei Jahren ausgefahren wird, sind wir im Schnitt schon 64 Jahre. Vielleicht wird er dann auch für Mannschaften mit einem Mindestdurchschnittsalter von 60 Jahren ausgeschrieben.

 

Fritz-Otto Braun.

 

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