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04. Juni 2013

Junioren überzeugen bei Internationaler Regatta in Hamburg

Es war das perfekte Wochenende (1./2.6) für Jacob Raillon und Benedikt Pernack. Niemand hätte damit gerechnet, dass die beiden nach der Internationalen Juniorenregatta in Hamburg, dem letzten Test vor der Deutschen Jugendmeisterschaft, die Rolle des Favoriten übernehmen würden. In Hamburg besiegten sie die Super-Super-Favoriten im Junior-B-Doppelzweier aus Hanau/Gießen mit 3/10 Sekunden Vorsprung. Bislang war Hanau/Gießen, ein Team mit dem deutschen Vize-Ergometermeister, noch ungeschlagen im Doppelzweier - das sollte sich dieses Wochenende ändern. Nachdem Jacob und Benedikt sich am Samstag mit einem brutalen Endspurt vor den Gegnern aus Magdeburg in einer Zielfoto-Entscheidung behaupten konnten, gewannen sie am Sonntag das Finale. Damit wissen die beiden jetzt, sie werden in drei Wochen, wenn die Entscheidung fällt, um die Medaillen in Köln mitfahren.
Neben diesem Erfolg gelang Jacob Raillon auch noch der Sieg im Junior-B Einer am Samstag und für Benedikt Pernack sprang in einem anderen Lauf der zweite Platz raus.

 

 

Es waren widrigste Bedingungen in Hamburg, wie sie die Ruderer noch nie erlebt hatten und auch von der Ruhr nicht im Ansatz kennen. Wellen die gegen die Ausleger schlugen und übers Heck und den Bug liefen und die Fußräume langsam mit Wasser füllten, hervorgerufen durch einen Schiebesturm, der die gefahrenen Zeiten enorm schneller machte - obgleich niemand vernünftig rudern konnte. Trotzdem schafften es einige Wittener Junioren mit ihren Leistungen, wie schon Jacob und Benedikt, zu überzeugen.

 

Lukas Föbinger, der sich jetzt komplett auf den Junior-B Doppelvierer fokussiert hatte, gelang fast der Durchbruch im A-Finale. Er und seine Kollegen Dragan Stankovic, Johannes Rentz (beide Dortmund), Christopher Reinhardt (Dorsten) und Steuermann (Felix Heinemann), landeten mit 6/10 Sekunden Rückstand auf Potsdam auf dem zweiten Platz. Sie führten das Rennen unerwartet von Anfang an an und hielten konsequent gegen die Spurts von Potsdam gegen. Am Ende war es das Wasser was ihnen den Sieg nahm und Potsdam schob sich auf den letzten 50 Metern, in einem letzten Aufbäumen aufgrund von besserer Wasserarbeit, einen halben Luftkasten vorbei. Aber anders betrachtet unterlag Lukas mit seiner Renngemeinschaft den Potsdamern am Samstag noch mit fünf Sekunden - ein guter Schritt nach vorne also. Die Jungs wissen nun, dass sie bei guten Bedingungen, welche in Köln vermutlich eher herrschen werden, ebenfalls um die Medaillen mitfahren werden, was das nun formulierte Ziel ist, wie auch bei Jacob Raillon und Benedikt Pernack.

 

Erfolgreich verlief das Wochenende auch für Anna-Lena Köhler und Barbara Pernack, die sich unter 30 gemeldeten Juniorinnen-B-Doppelzweiern am Sonntag im B-Finale die insgesamt acht schnellste Zeit sichern konnten, was wirklich sehr beachtlich ist, da die beiden dem jüngeren Jahrgang angehören und wahrscheinlich die leichtesten B-Juniorinnen im Feld waren.
Wenn die beiden ihre Leistungen noch weiter steigern können, ist in Köln in drei Wochen an einen Platz im A-Finale unter den sechs schnellsten Booten Deutschlands zu denken.

 

Melanie Hummitzsch und Philipp Dahm gingen jeweils im Einer an den Start und fuhren, sofern dies bei den Wellen möglich war, gute Rennen und ließen zeitmäßig einige Boote hinter sich.
Philipp Dahm gelang es sogar am Sonntag, den fünften Lauf zu gewinnen.

 

Auch die A-Junioren des RCW waren vertreten. Beide Doppelzweier, sowohl der mit Patrick Bohnhof und Oskar Kloppenburg, als auch der mit Nils Wichmann und Benjamin Mozian (Gelsenkirchen) gelang die Qualifikation fürs B-Finale. Dort erreichten Nils Wichmann und Partner den zweiten Platz, dicht gefolgt von Oskar und Patrick, die den vierten Platz mit circa zehn Sekunden Rückstand auf Nils und Benjamin erreichten.
Am späten Samstagabend fuhren beide Doppelzweier zusammen gelegt noch Doppelvierer und wurde wie schon viele vor ihnen Opfer der hohen Wellen. Patrick blieb einmal kurz in einer Welle Hängen, nachdem sie sich eine deutliche Führung erarbeitet hatten, und wie es das Schicksal wollte, hielt sein Skull dieser Belastung nicht stand und zerbrach in der Mitte. Was umso ärgerlicher aufgrund der guten Führung war, die die vier sicherlich gehalten hätten. Die drei verbliebenen Kämpfer wollten aber nicht aufgeben und so verloren sie nur mit zwei Längen Rückstand, obwohl ihnen die Kraft eines Mannes fehlte, was mächtigen Applaus beim Publikum hervorrief.

 

Dieses vergangene Wochenende als letzter Test bietet eine gute Perspektive für die Meisterschaft in drei Wochen auf dem Fühlinger See. Dort wird sich zeigen, wer in Deutschland den Takt angibt. Und man wird sehen, ob sich das viele Training und Schuften der Junioren endlich gelohnt hat und sie sich selbst belohnen werden. Mit den Leistungen, die sie zeigten, und natürlich etwas Glück ist das möglich.

 

Lukas Föbinger