Ruder-Club Witten von 1892 e.V. Ruder-Club Witten von 1892 e.V.

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Trainingslager 2009 in Haltern am See

Wie jedes Jahr veranstaltete der Ruder-Club Witten wieder sein Ostertrainingslager in Haltern am See und wie jedes Jahr war wieder eine große Zahl von Aktiven an der Fahrt beteiligt. Henning, Denis, Christoph und Annika begleiteten den 31-köpfigen Trupp, der, wie jedes Jahr, hin und wieder für ein oder zwei Einheiten, von Gelegenheitsruderern verstärkt und von vielen Ehemaligen und Familienangehörigen besucht wurde.
Anders als in den Jahren zuvor blieben die A - Junioren und Juniorinnen sowie die Senioren und Seniorinnen diesmal ganze 10 Tage in der Jugendherberge, um sich nach der Abreise der B’s noch einmal intensiv auf das Training konzentrieren zu können.
In seiner Rede zu Beginn warnte uns Henning noch vor gesundheitlichen Problemen durch Ansteckung und ermahnte uns, nicht aus den selben Flaschen zu trinken. Da haben wir noch gelacht und natürlich kam es wie es kommen musste: Mehrere Trainingsruderer sowie ein Trainer steckten sich mit einem Virus an, der bei Marci sogar derart heftig zuschlug, dass sie zur eigenen und zur Sicherheit der anderen das Lager ein paar Tage verfrüht verlassen musste. Die anderen vier konnten bleiben, setzten jedoch teilweise ein paar Einheiten aus.
Eine weitaus angenehmere Neuerscheinung in diesem Jahr war der gemeinsame Grillabend, der gut und gerne zu einer neuen Tradition werden könnte.
Unsere Stimmung war also nicht kaputt zu kriegen, denn trotz der kleinen Veränderungen und dem großen Neuzuwachs zu den B - Junioren/innen (die Zahl stieg von vier im letzten auf neunzehn in diesem Jahr an) verliefen die einzelnen Tage wie immer strukturiert, durchgeplant und mit vielen Späßen ab, was dem Ganzen ein vertrautes Gefühl gab und uns half, trotz Wehwehchen das harte Training durchzustehen.

Ein normaler Tag lief wie folgt ab:

7.30 - Eichhörnchenjagen (ugs. für Frühsport: hier: Joggen im Wald)
-Waage-
8.15 – Frühstück
8.45 – Abfahrt zur 1. Einheit
9.10 -  Trainingsbeginn
11.30 – Rückkehr zur Jugendherberge
12.00 – Mittagessen
-Pause-
14.45 – Abfahrt zur 2. Einheit
15.10 – Trainingsbeginn
17.45 – Rückkehr zur Jugendherberge
18.00 – Abendbrot
-Pause bzw. Abendprogramm-

Der morgendliche Frühsport, der von Henning vor vielen, vielen Jahren den Namen „Eichhörnchenjagen“ bekam, war Pflichtprogramm für alle, außer denen, die auf Grund von Verletzungen nicht Joggen konnten. Eine halbe Stunde an der kühlen Morgenluft sollte uns frisch in den Tag starten lassen. Das wäre alles kein Problem gewesen, hätte es danach nicht den, für manche Mitstreiter, unangenehmen Besuch auf der Waage gegeben. Dieser ist keineswegs dazu da, um die zu betreuenden Schützlinge in Angstschweiß ausbrechen zu lassen, indem man den Fuß unbemerkt auf die Wiegefläche stellt, um so den Wert in die Höhe zu treiben, wie es Denis zu Weilen praktizierte, sondern um zu kontrollieren, ob unser Körper mit der hohen physischen Belastung zurecht kommt. Der gute Wille zählt.
Die Belohnung kam jedoch prompt. In der Halterner Jugendherberge wurde uns, und das kann man nicht anders sagen, ein Frühstück der Extraklasse serviert, von dem man sogar in einigen Hotels nur träumen kann. Jeden morgen gab es warme Brötchen für alle, eine große Auswahl an Aufschnitt und –strich und Müsli in mehreren Variationen. Dazu Kaffee, Kakao oder Tee und täglich wechselnde Obst- und Joghurtsorten. Spätestens jetzt waren alle gut gelaunt.
Nach der ausgiebigen Stärkung nun wieder das Kalorienverbrennen. Alle verteilten sich auf die 3 Busse und 2 Autos, die zur Verfügung standen, und fuhren zum Trainingsgelände des Marler Rudervereins. Die Bootsverteilung, bereits am Vorabend gespannt erwartet und bekannt gegeben, erleichterte das schnelle Zuwasserlassen der Boote auf den Wesel – Datteln - Kanal. Hier wurde entweder hart an der Technik gefeilt oder die körperliche Fitness in Belastungs-Tests überprüft und verbessert. 16 bis 22 Kilometer gehörten selbstverständlich zur Tagesordnung dazu, wobei sich im oberen Bereich der Kilometerzahlen eher die Älteren tummelten.
Erschöpft und teilweise von der Sonne verbrannt (oder an ein, zwei Tagen von ein paar Regentropfen bewässert) ging es zurück in die Busse und per Karawane zur Jugendherberge. Für eine Dusche war oft keine Zeit, denn allein der Geruch des äußerst köstlichen Mittagessens lies die Meisten schnurstracks zur Essensausgabe strömen. Hier bekamen diejenigen, die besonders angestrengt aussahen, gerne auch mal etwas mehr auf den Teller.
Nach dem Essen folgte eine mehrstündige Pause, in der sportliche Aktivitäten schnell zur Nebensache wurden. Hier legte man eher den Fokus auf das Gehirn. Beispielsweise durch Schulaufgaben, Abitur, Studium oder andere Prüfungsvorbereitungen. Natürlich lieferte sich die „geistige Elite“ auch einen mehrstündigen Kampf im Outdoor - Schach. Manche nutzten die Zeit auch um ihre geschundenen Hände zu verarzten, sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen oder Körperhygiene zu betreiben.
Dann folgte die zweite Einheit, in der die letzten Reserven des Tages ausgeschöpft wurden. Das Abendessen war ähnlich wie das Frühstück. Es gab zwar keine Brötchen, sondern nur Brot, aber dafür immer etwas warmes, z.B. Kartoffelgratin.
Abends folgte das abwechslungsreiche Abendprogramm, bei dem vor allem der Spaß und die Entspannung im Vordergrund stand. Auf Grund einiger treuer Fans und Sponsoren hatten wir die Möglichkeit mehrere Male Eisessen zu gehen, das Kino zu besuchen und im Schwimmbad unsere Seele baumeln zu lassen, ohne dafür nur einen Cent zu zahlen. An dieser Stelle, unseren herzlichsten Dank!
Nach den diversen Aktivitäten gab man sich dann komplett der Müdigkeit und Erschöpfung hin, kleidete sich legère und lief nur noch herum, um Gespräche mit den Trainern oder Mitaktiven zu führen oder ein Gesellschaftsspiel zu spielen. Zuletzt wurde es ruhig, nur das gelegentliche Summen einer Mücke störte diesen tiefen, undurchdringlichen Schlaf, den einem nur das Ostertrainingslager verschaffen kann.

Manuela Breucker
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