Ruder-Club Witten von 1892 e.V. Ruder-Club Witten von 1892 e.V.

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2005 Besuch der Fordwerke Köln

 

Beim Thema Auto kann fast jeder mitreden, ein Leben ohne Auto ist undenkbar geworden, aber wer weiß schon, wie ein Auto hergestellt wird? Am Montag, den 13.6.05 hatten 40 Freundinnen und Freunde des Rudersports Gelegenheit, die Fordwerke in Köln zu besichtigen, und so einen Einblick in die hochproduktive und teilweise vollautomatische Automobilfertigung zu bekommen.


Horst Noll hatte alles perfekt organisiert. 11.30 Uhr Abfahrt vom Ruderclub mit Willi Leese, dem kleinsten und dicksten Busfahrer von Witten, Ankunft in Köln-Niel, Besuchertor 3, ganze 30 Minuten zu früh, weil der befürchtete Stau auf der Autobahn ausgeblieben war. Beim Einstieg in den Bus war es noch recht frisch, Jacken, Pullover und Schirme wurden mitgenommen. In Köln an den Gestaden des Rheins lachte die Sonne und wir freuten uns auch, hatten wir so doch bis zum Beginn der Besichtigung ausreichend Zeit, im Besucherzentrum das reichliche Buffet mit belegten Brötchen, diversen Getränken, Kaffee und Kuchen zu plündern. Alle Platten waren nach dem Einführungsfilm leer und wir voll, nicht nur mit dem zweiten Frühstück, sondern auch mit Erwartungen auf die schönen neuen Autos „Fiesta“ und „Fusion“, die z.Zt. in Köln hergestellt werden.


Begonnen hatte alles im Jahr 1931 mit der Grundsteinlegung durch Henry Ford persönlich. Interessant war, dass dieser Gründungsakt im Beisein von Altkanzler Konrad Adenauer, damals Bürgermeister von Köln, stattfand. Köln hatte unter anderen möglichen Orten der Werksansiedlung, wegen seiner guten Verkehrslage am Rhein, den Zuschlag erhalten.

Wie es sich für eine Autofirma gehört, geht man nicht zu Fuß, man wird gefahren, und zwar in einem gläsernen Besucherzug, eine Zugmaschine mit Führer und Micro und fünf Hängern mit je 8 Personen. Akustik und Rundumsicht waren gut, allerdings fehlt dadurch aber der unmittelbare Kontakt zum Geschehen. Natürlich alles zur Sicherheit der Besucher!


Grob gesehen folgten wir dem Fertigungsweg der Montage eines Autos, das aus vielen tausend Einzelteilen besteht. Viele aus Einzelteilen gefertigte Baugruppen kommen von Zulieferfirmen- just in time- an die Montagebänder, z.B. komplette Achsen, Motore mit Getriebe, Armaturenbretter, Sitze usw. Spektakulär ist die Karosseriefertigung, die mit dem Ablängen von Blechtafeln verschiedener Größe vom Blechcoil beginnt, über die Umformung zu Boden- u. Seitenteilen, Türen, Motorhauben, Heckklappen usw. über das Zusammenschweißen und Zusammenbauen der Einzelteile läuft und schließlich mit der Hochzeit endet.

Ja, auch ein Auto feiert einmal Hochzeit, nämlich kurz vor dem Ende der Fertigung, wenn der Motor mit Getriebe und Vorderachse von unten in den Motorraum der Karosserie eingeschoben wird. Ohne diese Hochzeit, die unauflösliche Verbindung von Blechkleid und Antriebsaggregatist ist ein Auto kein Auto. Scheidung gibt es nur auf dem Schrottplatz.

Bleibende Eindrücke: riesige ,gut ausgeleuchtete Hallen, breite Fahrwege, diverse Fördersysteme (Hängebahnen, Transferstraßen, Hubwagen usw.), Ordnung und Sauberkeit hervorragend, Arbeitssicherheit steht an erster Stelle, alle Produktionsanlagen hinter Schutzgittern.
Erstaunlich, mit welcher Geschwindigkeit und Präzision die haushohen Pressen (Schuler und Weingarten) die einzelnen Bleche im Takt über mehrere Stationen verformen.
Zwischen den einzelnen Pressen stehen Roboter zum Entnehmen und Weiterreichen der Teile, Blechplatte vorne hinein und das kompliziert geformte Teil, z.B. eine Vordertür, hinten raus. Das macht Lärm, 85 dB, nur mit Gehörschutz zu ertragen.

 

Die flexible Fertigung macht`s möglich: jedes Auto mit den verschiedenen Kundenforderungen, egal ob 3-türig, 5-türig, rot oder grün, wird in der Reihenfolge des Auftragseingangs gefertigt ohne Produktivitätsverlust.
Verwirrend, wie die vielen hundert Rohfahrzeuge, die sich gleichzeitig in der Fertigung befinden, rollend, hängend, sich hebend und senkend von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz befördert werden. Das geht ohne Hektik, langsam aber stetig, so dass am Ende eines eden Tages.1.800 Autos fertig sind, pro Monat also 36.000 Stück.

Bei ca. 20.000 Mitarbeitern baut jeder im Durchschnitt fast 2 Autos pro Monat.

 

Faszinierend sind die Schweißstraßen, wo beidseitig mehrere hundert Roboter in immer gleichen Bewegungen die Einzelteile der Karosserie zusammenfügen und 693.000 Schweiß-punkte/Tag millimetergenau setzen.
Die einarmigen Banditen kennen keine Pause, weder zur Erholung, noch zum Frühstücken, denen tut auch nur selten etwas weh, die brauchen nur zwei Dinge: Energie und Information für ihren Arbeitsgang, nämlich das Programm.
Vier Fertigungsprogramme hat jeder Bursche ständig parat. Ein Barcode auf dem jeweiligen Wagen sagt ihm, mit welchen heißen Küssen er die Blechmaid zu bedienen hat.
Er hat ein eigenes Überwachungssystem und wenn er merkt, dass er einen Fehler gemacht hat, gibt er eine Fehlermeldung heraus. Dann kann ein kluger Mensch ihn wieder neu programmieren.
Man sieht nicht viele Menschen, aber die menschenleere Fabrik gibt es auch hier noch nicht.Trotz aller Automatisierung und Qualitätskontrollen ist aber immer noch eine Fehlerquote von 6% zu beklagen ( vor einigen Jahren noch 15% ).


Gegen 15.00 Uhr kamen wir ( viele mit bunten Prospekten ) wieder ans Tageslicht, die Sonne schien immer noch und gegen 15.45 Uhr, konnten wir - wie von Horst versprochen – nicht nur den Rhein in vollem Sonnenschein erblicken, sondern auch einen Kaffee und leckere Torten mit Sahne bestellen. Man sah auch manchen Teller mit Bockwurst und Salat, auch das Zugucken bei der Arbeit macht Hunger.


Die Infos über den Stadtkern von Monheim versprachen keine idyllischen Altstadtanblicke und so brachen wir nach einem Sonnenbad mit Blick über den Rhein gegen 17.00 Uhr wieder auf und wünschten uns um 18.00 Uhr am Bootshaus alles Gute, bis die Tage!

 

Wer wollte, konnte noch ein kühles Bierchen auf der Terrasse zischen, Marita und Enrico machten zur Feier des Tages mal eine Ausnahme von der Montagsruhe.
Wie immer ein schöner Tag mit Gleichgesinnten! Wir bedanken uns bei Ford, beim Wettergott und ganz besonders bei Horst und hoffen auf baldige Wiederholung eines Ausflugs.

Franjo

 

-Ford
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