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03. Juli 2026

Deutsche Jugendmeisterschaften: RC Witten erneut unter Deutschlands Spitze

Finn Lohmeyer ist deutscher Meister im Junior B Doppelvierer der Leichtgewichte. Bild: meinruderbild.de
Finn Lohmeyer ist deutscher Meister im Junior B Doppelvierer der Leichtgewichte. Bild: meinruderbild.de

Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften der U23 sowie der A- und B-Juniorinnen und Junioren vom 25. bis 28. Juni 2026 auf dem Elfrather See in Krefeld bestätigte der Ruder-Club Witten einmal mehr seine außergewöhnlich starke Nachwuchsarbeit. Trotz extremer Hitze, neuem Ausscheidungssystem und schwierigen Bedingungen kehrte der RC Witten mit einer beeindruckenden Bilanz von den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Krefeld zurück: 2 Gold-, 4 Silber- und 3 Bronzemedaillen sowie zahlreiche A-Finalteilnahmen standen am Ende zu Buche. Besonders bemerkenswert: In der Vereinswertung des Jugendpokals belegte der RCW als bester westdeutscher Verein einen herausragenden Platz 8 und musste sich lediglich großen Leistungszentren und Landesstützpunkten geschlagen geben.

Neues Wettkampfsystem sorgt für hohen Leistungsdruck

Die diesjährigen Meisterschaften standen erstmals unter einem neuen Austragungsmodus. Bereits Vor- und Hoffnungsläufe entschieden unmittelbar über das Weiterkommen, sodass ein einzelner schwächerer Lauf das Aus bedeuten konnte. Gerade am ersten Wettkampftag fanden einige Wittener Athletinnen und Athleten aufgrund der enormen Hitze zunächst nur schwer in den Wettkampf. Temperaturen von deutlich über 35 Grad stellten Sportler und Trainer gleichermaßen vor große Herausforderungen.

Das Trainerteam um Joachim „Goofy“ Ehrig reagierte jedoch schnell und passte das Hitzemanagement sowie die Wettkampfvorbereitung an. Bereits am Freitag zeigten sich die Auswirkungen: Viele RCW-Boote präsentierten sich deutlich verbessert und erreichten die nächsten Runden.

Erfolgreicher U23-Samstag

Den Auftakt der Finalrennen machten traditionell die U23-Wettbewerbe am Samstag.

Einmal mehr bewies Julia Irmler ihre internationale Klasse. Im U23-Vierer ohne Steuerfrau gewann sie die Silbermedaille, ehe sie wenige Stunden später mit dem deutschen U23-Achter eindrucksvoll den Titel gewann. Das deutsche Paradeboot dominierte das Finale von Beginn an und siegte mit rund fünf Sekunden Vorsprung.

Mit diesem Erfolg qualifizierte sich Julia erneut für die U23-Weltmeisterschaften, die vom 23. bis 26. Juli in Duisburg stattfinden werden. Nach ihren Erfolgen der vergangenen beiden Jahre gilt ein erneuter Einsatz im Achter als wahrscheinlich. Dass die Titelkämpfe ausgerechnet auf der Regattastrecke stattfinden, auf der 1983 der legendäre „Ruhrvierer“ mit den Brüdern Grabow Weltmeister wurde, darf aus Wittener Sicht durchaus als schönes Omen gelten.

Ebenfalls für großen Jubel sorgten Amelie und Lea-Sophie Lehde, die im U23-Leichtgewichts-Zweier ohne Steuerfrau die Silbermedaille gewannen. Bereits diese Medaille stellte einen herausragenden Erfolg dar, da die Zwillinge eigentlich noch der U19-Altersklasse angehören.

Damit stand bereits nach dem ersten Finaltag eine beeindruckende Zwischenbilanz von drei Medaillen in drei Booten.

Weitere Finalteilnahmen am Sonntag

Am Sonntag sorgten etwas angenehmere Temperaturen für bessere Wettkampfbedingungen. Gleichzeitig mussten aufgrund einer Wetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes sämtliche B-Finals abgesagt werden. Die entsprechenden Platzierungen wurden anhand der Halbfinalergebnisse vergeben.

Auch am zweiten Finaltag präsentierte sich der RCW hervorragend.

Nach ihrer Silbermedaille in der U23 gewannen Amelie und Lea-Sophie Lehde auch im Leichtgewichts-Doppelzweier der A-Juniorinnen die Silbermedaille. Dass sie innerhalb weniger Stunden in zwei Altersklassen Edelmetall gewannen, zählt zu den bemerkenswertesten Leistungen dieser Meisterschaften.

Liana Büttner bestätigte ihre Favoritenrolle im Leichtgewichts-Einer der A-Juniorinnen und gewann die Bronzemedaille.

Eine starke Vorstellung zeigte auch Timea Ryll, die im Leichtgewichts-Einer der B-Juniorinnen ebenfalls Bronze erruderte. Nach den starken Saisonleistungen hatte sie zwar auf Silber gehofft, dennoch stellt die Medaille einen großen Erfolg dar.

Für eine Überraschung sorgte Lukas Albrecht, der gemeinsam mit seiner Renngemeinschaft aus Honnef im Leichtgewichts-Doppelvierer der A-Junioren die Bronzemedaille gewann. Das Boot war erst kurz vor den Meisterschaften zusammengestellt worden und überzeugte auf Anhieb.

Den einzigen deutschen Meistertitel im Juniorenbereich für den RCW holte Finn Lohmeyer. Gemeinsam mit seiner Renngemeinschaft aus Mülheim, und Neuss dominierte er den Leichtgewichts-Doppelvierer der B-Junioren eindrucksvoll. Nach Siegen im Vorlauf und Halbfinale ließ das Boot auch im Finale keinen Zweifel aufkommen. Bereits nach 500 Metern hatte sich das Quartett deutlich vom Feld gelöst und gewann schließlich mit rund anderthalb Sekunden Vorsprung souverän die Goldmedaille.

Eine weitere Medaille steuerten Amelie und Lea-Sophie Lehde gemeinsam mit ihren Renngemeinschaftspartnerinnen Hannah Schenk (RG Treis-Karden) und Liana Büttner im Leichtgewichts-Doppelvierer der A-Juniorinnen bei. Das Quartett überzeugte mit einem starken Rennen und gewann verdient die Silbermedaille. Für die Lehde-Zwillinge war es damit bereits die dritte Medaille dieser Meisterschaften, während auch Liana Büttner nach ihrer Bronzemedaille im Einer ein weiteres Edelmetall mit nach Witten nahm.

Nur hauchdünn verpassten Hannah und Sophie Brozio im Zweier ohne Steuerfrau der B-Juniorinnen eine Medaille. Nach einem beeindruckenden Endspurt fehlten lediglich drei Zehntelsekunden zu Bronze. Dabei hatten die beiden 500 Meter vor dem Ziel noch auf Rang fünf gelegen und sich nahezu bis aufs Podium vorgearbeitet.

Pech hatte dagegen Arsenii Hakmann. Er erreichte im Leichtgewichts-Einer der A-Junioren das Halbfinale. Aufgrund des neuen Wettkampfsystems wurde jedoch kein B-Finale mehr ausgefahren, sodass ihm die Chance auf eine bessere Abschlussplatzierung verwehrt blieb.

Bester westdeutscher Verein

Nach Abschluss aller Rennen folgte bei der zentralen Siegerehrung die erfreuliche Nachricht für den gesamten Verein: In der Wertung um den Jugendpokal belegte der Ruder-Club Witten als bester westdeutscher Verein einen Spitzenplatz. Vor dem RCW lagen ausschließlich große Leistungszentren, Sportinternate und Landesruderverbände.

Cheftrainer Joachim Ehrig zeigte sich entsprechend stolz:

„Mit diesem Ergebnis habe ich überhaupt nicht gerechnet. Umso mehr freue ich mich über die großartigen Leistungen unserer Sportlerinnen und Sportler sowie über das Engagement der Eltern, der Clubmitglieder und des gesamten Vorstandes. Mehr können wir als Verein kaum erwarten. Jetzt gilt es, unseren Weg konsequent weiterzugehen.“

Die Deutschen Jugendmeisterschaften 2026 bestätigten damit eindrucksvoll die hervorragende Nachwuchsarbeit des Ruder-Club Witten und unterstrichen einmal mehr dessen Stellung als einer der erfolgreichsten Nachwuchsvereine Deutschlands.

Fotos: meinruderbild.de

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