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1990 AH-Wanderfahrt auf der Elbe /Besuch in Dresden

 

Begegnung an der Elbe: Der RCW zu Besuch in Dresden
Es wurde auch gerudert: Von Schmilka bis Dresden

Seit Ostern dieses Jahres stand fest, als einige Dresdener Ruder-Ehepaare in Witten waren, um unser Clubleben kennen zulernen - daß eine größere Gruppe zu einem Gegenbesuch nach Dresden reisen würde. Nach langer organisatorisch notwendiger Zeit war es dann am Mittwoch, dem 24. 10. soweit und eine Gruppe von 45 Personen setzte sich mit einem City-Liner der Fa. Hafermann Richtung Dresden in Bewegung. Um 8 Uhr ging es vom Saalbau los, über Kassel, vorbei an Eisenach mit einem herrlichen Blick auf die Wartburg, war der erste längere Aufenthalt in Weimar.

Hier mußte zunächst einmal wegen der engen und zugeparkten Straßen ein Wartburg an die Seite gestellt werden (für starke Ruderer kein Problem!!), damit der Bus die Innenstadt erreichen konnte. Nach einem kurzen Stadtbummel zur Residenz, dem Goethe- und Schillerhaus und dem Verzehr einer „echten Thüringer Bratwurst' auf dem Marktplatz ging es weiter, vorbei an Jena mit endlosen Mietskasernen, Gera, Chemnitz (früher Karl-Marx-Stadt) nach Dresden, wo wir vom Sektionsleiter Rudern, Herrn Dr. Jakob und Frau und mehreren Ruderfreunden gegen 17.30 Uhr begrüßt wurden.

Der erste Besuchstag begann mit einer Fahrt durch die Sächsische Schweiz bis, zur tschechischen Grenze in Schmilka. Hierher waren auch einige Ruderboote von den Dresdener Ruderfreunden gebracht worden und 20 Ruderer traten dann bei etwas windigem Wetter die Rückfahrt Richtung Dresden auf dem Wasserweg an. Nach ca. 30 km - zum Teil bei heftigem Gegenwind - waren einige Ruderer ganz schön „platt", als man sich in Pirna zum gemeinsamen Mittagessen mit den „Landgängern" traf. Diese hatten einen Abstecher zur Bastei mit einem herrlichen Blick auf die Elbe und die Felsenwände gemacht und über Bad Schandau und Königstein Pirna erreicht.

Nach dem Mittagessen im „Elbparadies", einem ehemaligen Betriebsferienheim der Landtechnik Erfurt ging es dann für die Wanderruderer weiter bis zum ehe­maligen Leistungszentrum der Mädchen und Frauen in Dresden-Blasewitz.

Die Zeit nutzten die Landgänger zu einem Besuch von Schloß Pillnitz mit der Porzellan-, Kunstgewerbe- und Möbelausstellung. Am Etappenziel in Blasewitz konnten die Wittener staunend Bootshallen mit über 100 Rennbooten besichtigen, Krafträume mit modernsten Trainingsge­räten, eine Gymnastikhalle, ein Ruderbecken für 8 Ruderer, Massageräume, Sauna, Ärztezimmer, Ruheräume ließen unsere Augen immer größer werden - doch aus der Sicht vieler Wittener leider nur eine „Rudererfabrik" ohne jegliches Clubleben und gemütlichen Clubräumen. Selbstverständlich mußte das Ruderbecken ausprobiert werden und hier stand unsere Uschi Noll zwischen einigen gestandenen Ruderern diesen im Riemenrudern nicht nach.

Am Freitag wurde dann noch eine kurze Strecke von 15 km gerudert, stand aber sonst dem „Kulturellen" zur Verfügung. Ein Stadtbummel mit den Dresdner Ruderfreunden - selbstverständlich zum Zwinger, der Semperoper mit Führung durch die Innenräume und Einlaß ins Martineum mit dem grünen Gewölbe sowie vieler noch zu restaurierenden Sehenswürdigkeiten war schon faszinierend. Höhepunkt an diesem Tag war allerdings am Abend ein Besuch in der Semperoper zur Vorführung des „Barbier von Sevilla". Ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergessen wird.

Ein weiterer Höhepunkt dieses Abends - oder besser gesagt, des neuen Tages - war der Geburtstag des „Postbesitzers Klaus". Kurz vor Mitternacht hatte sich eine „ansehnliche" Crew in einem urigen Bierlokal eingefunden, um „Happy Birthday" zu sagen und zu singen. Danke, Renate und Klaus - es war eine runde Sache. Der Dresdner Wirt hatte so etwas wohl auch noch nicht erlebt!

Für Samstagmorgen war unsere Gruppe zu einer Führung in der Porzellan-Manu­faktur Meißen angemeldet, wo wir in der Vorführwerkstatt staunend die sichere Hand der Porzellanmalerin bewunderten.

Nachmittags fand auf der Elbe der Ruderwettbewerb um den„ 16. Dresdener Elbepokal" statt. Ein Wettbewerb über 5 bzw. 10 km in den verschiedenen Bootsklas­sen. Sehr erfreut war man, daß 31 Ver­eine bzw. Renngemeinschaften aus dem DRV-Bereich zum Elbepokal angereist waren. Wir konnten bekannte Ruderer aus Hamm und Oberhausen begrüßen. Für den Abend hatten die Dresdner zu einer Rudererfete ins Bootshaus des RC Einheit in Cotta, dem Leistungszentrum der Männer, eingeladen.

Doch vorher sollte uns noch eine besondere Attraktion geboten werden. Unser exzellenter Busfahrer Peter hatte inzwischen selbst soviel Spaß am Rudern gefunden, daß er unbedingt auch mal in ein Boot steigen wollte. Da aber in Cotta nur Rennboote vorhanden sind, wollte er auch mutig in „so einen Einer" steigen. Das aber ließ Dieter Borgmann nicht zu und stieg mit Peter in einen Doppelzweier. Nach einigen Worten Theorie schwammen dann beide auch auf der Elbe und Peter überstand sein erstes „Training" heil und trocken. Der Applaus war ihm sicher, als er meinte: „Den Einer hätte ich doch wohl schwimmend an Land bringen müssen."

Die Fete im Bootshaus war eine „runde" Sache. Es wurde getanzt, es wurde eine Polonaise veranstaltet, es wurde gesungen und geschunkelt und etliche Gläschen Radeberger Bier verkonsumiert. Es wurden neue Freundschaften geschlossen, die mit Sicherheit Bestand haben werden.

Fazit: Dresden war eine Reise wert, es wird für viele zwar die erste, aber sicher nicht die letzte Fahrt nach dort gewesen sein. Die Organisation und Betreuung durch die Dresdner Ruderkameraden war einfach super. Wir haben neue Freunde gewonnen, die endlich offen über Probleme der vergangenen Jahre und auch Zukunftssorgen sprechen können.

Sehr herzlich wurden wir am Sonntagmorgen verabschiedet, und mit dem Lied „Auf Wiedersehen" traten wir die Heimfahrt an.

Vier erlebnisreiche Tage lagen hinter uns. Wie viel Mühe, Schriftverkehr, Telefongespräche etc. die Vorbereitung einer solchen Tour erfordern, kann man als Unbeteiligter kaum ermessen. Deshalb hier der ganz besondere Dank an Anita und Franz-Georg Kroell für die hervorragende Organisation! Und noch jemand verdient besonderen Applaus: Unsere Stewardess Rosel Berghoff. Von Witten  bis Dresden und von Dresden bis Witten war sie unermüdlich auf den Beinen, um alle mit Getränken, Gebäck, selbstgebackenem Kuchen, Süppchen und besonderen Leckereien zu versorgen. Rosel, das war super!

Aber auch unser Busfahrer Peter war Spitze! Zu so einem zuverlässigen,    sicheren und immer fröhlichen Busfahrer kann man das Unternehmen Hafermann nur beglückwünschen. Ich glaube, wenn wir sagen: „Peter, mit Dir fahren wir immer wieder!" ist das ein Kompliment  und ein herzliches Danke schön.

Sicher wie gewohnt brachte uns Peter dann nach einer kurzen Rast in Röhrda trotz Nieselregen und Stau wieder nach Hause, wo wir um 18 Uhr den Saalbau  erreichten.

Zum Abschluß ein Satz von Horst Noll: „Wir haben Freunde zurück gelassen!" Wie wahr!

Ingrid und Horst von Diecken     

Und hier sind Fotos